Tanker transportiert erstmals russisches Dieselöl in die USA
Der Tanker Agioi Fanendes hat im baltischen Hafen Primorsk rund 35.700 Tonnen russisches Dieselöl – etwa 270.000 Barrel – aufgenommen und ist in Richtung USA unterwegs. Die Lieferung markiert den praktischen Beginn der geplanten russischen Dieselölimporte nach den US-Sanktionserleichterungen vom 9. Oktober. Der Tanker wird von der griechischen Eastern Mediterranean Maritime gesteuert, die dem Milliardär Tanasis Martinos gehört.
Das Wichtigste
- Agioi Fanendes lud in Primorsk rund 35.700 Tonnen russisches Dieselöl beziehungsweise etwa 270.000 Barrel.
- Der Tanker fährt unter maltesischer Flagge und gehört Maltatankers Shipping; betrieben wird er von Eastern Mediterranean Maritime.
- Eastern Mediterranean Maritime gehört Tanasis Martinos und verwaltet nach Angaben des Berichts mehr als 70 Schiffe.
- Der Tanker wird voraussichtlich am 7. November in den USA eintreffen.
- Das US-Finanzministerium erteilte eine Generallizenz für Transaktionen mit russischem Dieselöl; die Erlaubnis gilt bis zum 7. April 2027.
- Nach den Abmachungen der US- und russischen Präsidenten sollte Russland mehr als 300.000 Tonnen Dieselöl kurzfristig, weitere 500.000 Tonnen im November und später eine Million Tonnen liefern.
Warum es wichtig ist
Die Sendung zeigt, dass die von den US-Präsidenten Donald Trump und Wolodymyr Putin vereinbarte Lieferung russischen Dieselöls nach den Sanktionserleichterungen praktisch begonnen hat. Die geplanten Mengen könnten den US- und den globalen Kraftstoffmarkt beeinflussen und die Wirkung der Sanktionen gegen Russien verändern. Zugleich betrifft der Transport ein Schiff, dessen Betreiber während des Vollmaßstabskriegs wiederholt russische Ölhäfen angelaufen hat.
Was geschehen ist
Der Tanker Agioi Fanendes hat im baltischen Hafen Primorsk etwa 35.700 Tonnen russisches Dieselöl aufgenommen, ungefähr 270.000 Barrel. Der Tanker fährt unter maltesischer Flagge und gehört der Gesellschaft Maltatankers Shipping; die griechische Eastern Mediterranean Maritime, die dem Milliardär Tanasis Martinos gehört, betreibt ihn. Laut dem Berichttook Global Fishing Watch hatte Eastern Mediterranean Maritime im Zuge des Vollmaßstabskriegs mehr als 15 Anläufe des Agioi Fanendes in russischen Häfen registriert; der Betreiber sei regelmäßig auch in russische Ölhäfen wie Primorsk, Noworossijsk, Sankt Petersburg, Ust-Luga und Tuapse eingefahren. Der Tanker wurde 2019 gebaut und soll voraussichtlich am 7. November in den USA eintreffen. Nach Angaben des Kreml-Bereichs, vertreten durch Dmitri Peskow, bestätigte dieser am 23. Oktober, dass der erste Tanker mit russischem Dieselöl in Richtung USA ausgelaufen sei.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung betont die Verbindungen des Betreibers zu russischen Ölhäfen während des Krieges und hebt hervor, dass die Sendung Teil einer umfassenden US-Sanktionsentscheidung ist. Zugleich erinnert sie daran, dass derzeitige Sanktionserleichterungen ohne Abmachungen über eine Deeskalation Russien nach Einschätzung von Wolodymyr Selenskyj und des American Institute for the Study of War die Fortsetzung des Krieges erleichtern könnten.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die beiden Quellen zeichnen die Folgen der US-Sanktionserleichterungen und der geplanten Dieselölvereinbarung unterschiedlich: Forbes Ukraine betont die Kriegsverflechtung des Betreibers und mögliche Vorteile für griechische Reeder, während Радіо Свобода die Entscheidung vor allem im Zusammenhang mit Sanktionen, dem Krieg und den Warnungen vor einer möglichen weiteren Eskalation einordnet. Die Quellen widersprechen sich nicht in den grundlegenden Angaben zu Schiff und Lieferung, sondern in der Schwerpunktsetzung und Bewertung ihrer Folgen.
Hintergrund
Am 9. Oktober einigten sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wolodymyr Putin darauf, russisches Dieselöl für den US- und den Weltmarkt bereitzustellen. Das US-Finanzministerium erließ daraufhin eine Generallizenz für zuvor sanktionierte Transaktionen mit russischem Dieselöl. Eine zuvor im Internet verbreitete Meldung, der Tanker Minerva Zen sei das erste Schiff mit russischem Dieselöl für die USA gewesen, war falsch: Der Tanker transportierte Stickstoffdünger, der von dem genannten Exportverbot nicht betroffen war.