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Russischer Drohnenangriff auf SBU-Zentrale in Kiew löst slowakischen Protest aus

Am 4. September schlug eine russische Drohne in das zentrale Gebäude des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) an der Wolodymyrska-Straße in Kiew ein, gegenüber der Sophienkathedrale. Die Slowakei verurteilte den Angriff und bestellte den russischen Botschafter ein, da sich in der Nähe die konsularische Abteilung ihrer Botschaft befand. Nach Angaben von Präsident Selenskyj zielte die Drohne direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Leiters, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht dort aufhielt.

Das Wichtigste

  • Russische Drohne traf am 4. September das zentrale SBU-Gebäude an der Wolodymyrska-Straße in Kiew, gegenüber der Sophienkathedrale
  • Nach Angaben von Präsident Selenskyj zielte die Drohne direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Leiters; dieser befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht dort
  • Schaden an der Konsistoriegebäude des Nationalen Schutzgebiets „Sophia von Kiew"; die Sophienkathedrale selbst wurde nicht beschädigt
  • Slowakei verurteilte den Angriff und bestellte den russischen Botschafter ein; nach slowakischen Angaben befanden sich zum Zeitpunkt keine Mitarbeiter im konsularischen Abschnitt
  • Ukrainischer Außenminister Sybiha bezeichnete den Angriff als schwere Eskalation und Hinweis auf Moskaus Ablehnung diplomatischer Bemühungen
  • Berichte über Verletzte variieren: zunächst 9, später 12 (9 im Krankenhaus, 2 in ernstem Zustand), in anderen Berichten 15 Verletzte insgesamt

Warum es wichtig ist

Der Angriff galt dem Hauptsitz des ukrainischen Sicherheitsdienstes und damit einem sensiblen Staatsorgan. Da sich die konsularische Abteilung der slowakischen Botschaft in unmittelbarer Nähe befindet, wurde ein EU- und NATO-Mitgliedstaat unmittelbar in die diplomatischen Folgen hineingezogen. Die slowakische Reaktion – Verurteilung und Bestellung des russischen Botschaften – ist ein formeller diplomatischer Schritt gegen Russland wegen eines Angriffs auf Kiew. Der ukrainische Außenminister ordnete den Angriff zudem als Beleg dafür ein, dass Russland die parallel laufenden Friedensbemühungen zurückweise.

Was geschehen ist

Am 4. September traf eine russische Drohne das zentrale Gebäude des SBU an der Wolodymyrska-Straße in Kiew, unweit der konsularischen Abteilung der slowakischen Botschaft. Nach Angaben von Präsident Selenskyj zielte die Drohne direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Leiters, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in seinem Büro aufhielt. Im Gebäude brach ein Brand aus, der später gelöscht wurde; Böden und Außenwand wurden beschädigt. Die ukrainische Luftwaffe identifizierte den Drohnentyp als Shahed-/Geran-4 mit Jet-Antrieb; laut dem Berater des Präsidenten, Serhij Beskrestnow, wurde die Drohne aus Richtung Donezk in über 7 km Höhe nach Kiew gesteuert. Beschädigt wurde auch die Konsistorie des Nationalen Schutzgebiets „Sophia von Kiew"; die Sophienkathedrale selbst blieb unversehrt. In der Nähe wurde das Café „Zavertajlo" zerstört. Die Slowakei verurteilte den Angriff und bestellte den russischen Botschafter ein; nach ihren Angaben war die konsularische Abteilung aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt in Betrieb und niemand befand sich zum Zeitpunkt im Gebäude.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen den Angriff als gezielte Attacke auf das Büro des amtierenden SBU-Leiters dar. Präsident Selenskyj und Außenminister Sybiha betonen, dass es sich um eine schwere Eskalation und um ein Zeichen dafür handle, dass Russland parallel laufende Friedensbemühungen ablehne. Besondere Aufmerksamkeit gilt den kulturhistorischen Kollateralschäden am Nationalen Schutzgebiet „Sophia von Kiew" und am Café „Zavertajlo" nahe der Kathedrale sowie dem Aufruf Sybihas an die UNESCO, den Schutz des ukrainischen Kulturerbes zu verstärken. Fachleute wie der Luftfahrtexperte Anatolij Chraptschynskyj und Beskrestnow äußern sich zu möglichen Lenkungsmechanismen (online gesteuerte Shahed-Drohne über MESH-Funkrelais) und ordnen den Angriff als technisch hochpräzise ein.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zur Zahl der Verletzten schwanken je nach Quelle und Zeitpunkt: Bürgermeister Klitschko sprach zunächst von 9 Verletzten, später von 12 (9 im Krankenhaus, 2 in ernstem Zustand); andere Berichte nennen insgesamt 15 Verletzte. Russische Staatsmedien behaupteten, der Angriff sei mit einer „kleinen Drohne" inszeniert worden; diese Darstellung wies der ukrainische Berater des Präsidenten, Beskrestnow, öffentlich zurück.

Hintergrund

Der SBU (Sicherheitsdienst der Ukraine) ist der ukrainische Inlandsnachrichtendienst; sein zentrales Gebäude liegt an der Wolodymyrska-Straße gegenüber der Sophienkathedrale, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Die konsularische Abteilung der slowakischen Botschaft in der Nähe des SBU-Gebäudes hatte bereits vor dem Angriff aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt gearbeitet, slowakische Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt des Angriffs nicht anwesend.