Pentagon erwägt Abzug von rund 25.000 US-Soldaten aus Europa
Das Pentagon prüft einen weitreichenden Abzug von US-Militärpersonal, Schiffen und Waffen aus Europa – darunter etwa ein Drittel der rund 80.000 stationierten Soldaten. Die größte US-Konzentration in Europa (36.000 Soldaten) befindet sich in Deutschland, rund 12.000 sind in Italien stationiert. NATO-Befehlshaber General Alexus Grynkewich soll seine Analyse am 18. September an Verteidigungsminister Pete Hegseth übermitteln; eine endgültige Empfehlung wird am 6. November erwartet.
Das Wichtigste
- Mögliche Reduzierung um etwa 25.000 Soldaten – rund ein Drittel des 80.000 Mann starken US-Kontingents in Europa; eine Quelle nennt sogar bis zu 40.000.
- Größter Truppenabzug seit dem Ende des Kalten Krieges.
- Betroffen wären vor allem Kontingente in Deutschland (36.000), Italien (12.000) und Spanien.
- General Alexus Grynkewich (Supreme Allied Commander Europe) liefert seine Analyse am 18. September an Verteidigungsminister Pete Hegseth.
- Endgültige Empfehlung an Hegseth für den 6. November erwartet; Auswirkungen auf die NATO-Ostflanke werden als Option genannt.
- Pentagon hatte im Juni eine sechsmonatige Überprüfung der US-Präsenz in Europa angekündigt.
- Im Mai 2026 begann laut Bild der Abzug von rund 5.000 Soldaten aus dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
Warum es wichtig ist
Ein Abzug dieses Umfangs wäre der größte Rückzug amerikanischer Streitkräfte aus Europa seit dem Ende des Kalten Krieges. Die Überprüfung ist ausdrücklich Teil von Präsident Trumps „America First“-Strategie und fällt mit Spannungen mit mehreren europäischen NATO-Verbündeten zusammen. Sowohl Republikaner als auch Demokraten im US-Kongress sowie europäische Regierungen warnen, ein solcher Schritt könne Russland in einer Phase wahrgenommener wachsender russischer Aggression ermutigen.
Was geschehen ist
Das Pentagon erwägt einem Bericht zufolge einen umfassenden Abzug von US-Militärpersonal, Schiffen und Waffen aus Europa. Die Reduzierung könnte rund 25.000 Soldaten umfassen – etwa ein Drittel der derzeit etwa 80.000 in Europa stationierten US-Streitkräfte. Eine Quelle spricht sogar von einem möglichen Umfang von bis zu 40.000. Betroffen wären vor allem die großen Standorte in Deutschland (36.000 Soldaten), Italien (12.000) und Spanien. Die Analyse wurde von NATO-Oberbefehlshaber General Alexus Grynkewich erstellt und wird Verteidigungsminister Pete Hegseth am 18. September übergeben. Eine endgültige Empfehlung wird am 6. November erwartet; ein Truppenabzug wäre erst danach möglich. Das Pentagon hatte im Juni eine sechsmonatige Überprüfung der US-Präsenz in Europa angekündigt, die laut Berichten mit Trumps „America First“-Strategie verknüpft ist.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen sind sich uneins über die Größe des möglichen Abzugs: Die meisten Berichte nennen rund 25.000 Soldaten (etwa ein Drittel), während ein US-Vertreter und eine weitere Quelle von bis zur Hälfte des Kontingents, also etwa 40.000 Soldaten, sprechen. Darüber hinaus variiert die Schreibweise des Namens des NATO-Oberbefehlshabers zwischen „Grynkewich“ und „Grinkevich“ in den beiden ukrainischen Quellen.
Hintergrund
Die USA unterhalten in Europa derzeit rund 80.000 Soldaten, den größten Anteil davon – etwa 36.000 – in Deutschland, gefolgt von rund 12.000 in Italien. Im vergangenen Jahr wurden bereits zwei rotierende Kampfbrigaden aus Deutschland abgezogen; im Mai 2026 berichtete Bild vom Beginn des Abzugs von rund 5.000 Soldaten aus dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Im Juli wurde zudem bekannt, dass die US-Präsenz in Estland weitgehend zurückgefahren wurde. Im Juni kündigte das Pentagon eine sechsmonatige Überprüfung der US-Militärpräsenz in Europa an. Im Sommer 2026 hatte Trump zudem gedroht, NATO-Staaten im Streit um die Unterstützung der US-Militäroperation im Iran Hilfe verweigern zu können.