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Russland lässt auf besetzten ukrainischen Gebieten zur Staatsduma „wählen“ – Kiew erkennt Abstimmung nicht an

Russland führt vom 18. bis 20. September seine sogenannten Staatsduma-Wahlen auf den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine durch. Das ukrainische Außenministerium und das Zentrum für Desinformationsabwehr bezeichnen die Abstimmung als Farce und fordern die internationale Gemeinschaft auf, sie nicht anzuerkennen.

Das Wichtigste

  • Die russischen „Wahlen“ zur Staatsduma auf den besetzten ukrainischen Gebieten begannen am 29. August; der Hauptwahlgang ist auf den 18.–20. September terminiert.
  • Das ukrainische Außenministerium veröffentlichte am 18. September eine Erklärung, in der es die Abstimmung als „Farce des Besatzerstaates“ bezeichnet und weder ihre Durchführung noch ihre Ergebnisse anerkennt.
  • Die russische Zentrale Wahlkommission kündigte einen „besonderen Ablauf“ für die besetzten Gebiete an, einschließlich Hof- und mobiler Stimmabgabe in Frontgebieten unter dem Vorwand von „Sicherheitsrisiken“.
  • Russland bezog die von der Ukraine kontrollierten Städte Slowjansk, Kramatorsk und Swjatohirsk (Gebiet Donezk) in einen russischen Wahlkreis ein.
  • Die „Wahlen“ auf den besetzten Gebieten finden unter Zwang und ohne unabhängige Beobachtung statt und seien ein idealer Rahmen für Fälschungen und Manipulierung der Wahlbeteiligung.

Warum es wichtig ist

Die Abstimmung ist ein Instrument Russlands, um die Kontrolle über besetzte ukrainische Gebiete durch einen formalen Wahlakt zu legitimieren und seinen maximalistischen Gebietsanspruch zu unterstreichen – etwa durch die Einbeziehung ukrainisch kontrollierter Städte wie Slowjansk, Kramatorsk und Swjatohirsk in einen russischen Wahlkreis. Die ukrainische Nichtanerkennung in Kombination mit Warnungen vor rechtlichen Konsequenzen für Teilnehmer macht die Abstimmung zu einem Faktor in künftigen juristischen und diplomatischen Verfahren. Hof-Stimmabgabe, mobile Gruppen und regimeetreue „Beobachter“ statt unabhängiger internationaler Beobachter verstärken den Verdacht auf Fälschung und Manipulation der Wahlbeteiligung.

Was geschehen ist

Russland führt vom 18. bis 20. September die sogenannten Wahlen zur Staatsduma auf den vorübergehend besetzten ukrainischen Gebieten durch. Vorarbeiten hatten bereits am 29. August begonnen. Die russische Zentrale Wahlkommission unter Ella Pamfilowa kündigte einen besonderen Ablauf für die Abstimmung in diesen Gebieten an, der unter anderem Hof-Stimmabgabe in Frontgebieten unter dem Vorwand von „Sicherheitsrisiken“ und mobile Stimmabgabegruppen vorsieht. Russland gliederte zudem die ukrainisch kontrollierten Städte Slowjansk, Kramatorsk und Swjatohirsk in einen russischen Wahlkreis ein. Das ukrainische Außenministerium veröffentlichte am 18. September eine Erklärung, in der es die Abstimmung als Farce der Besatzungsmacht bezeichnete, die nichts mit demokratischen Wahlen gemein habe, und sowohl die Durchführung als auch die Ergebnisse nicht anerkannte. Das Ministerium erklärte die Ergebnisse für rechtlich nichtig und verwies auf einen entsprechenden Beschluss der UN-Generalversammlung von 2014, in dem 143 Mitgliedstaaten die Illegalität der Besetzung bestätigt und den Truppenabzug Russlands gefordert hatten. Das Zentrum für Desinformationsabwehr beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine (NSDC) erklärte, keine unabhängige internationale Organisation sei zur Beobachtung zugelassen worden und die „Wahlen“ fänden unter Zwang, Angst und Repression statt; Hof-Stimmabgabe und mobile Gruppen schafften ideale Bedingungen für Fälschungen und die Manipulation der Wahlbeteiligung. Ukrainische Quellen berichteten zudem, dass auf besetztem Territorium eingesetzte „Beobachterkammern“ dem Kreml maximal loyal seien.

Hintergrund

Russland hatte bereits am 29. August mit Vorabstimmungen zu den Staatsduma-„Wahlen“ auf den vorübergehend besetzten ukrainischen Gebieten begonnen. Die Hauptwahlphase ist auf den 18.–20. September angesetzt. In einer früheren Resolution der UN-Generalversammlung aus dem Jahr 2014 hatten 143 Mitgliedstaaten die Illegalität der russischen Besetzung ukrainischen Territoriums bekräftigt und den vollständigen Rückzug russischer Truppen innerhalb der international anerkannten Grenzen der Ukraine gefordert.