Trump kündigt großangelegtes Kali-Deal mit Belarus an – Litauen reagiert empört
US-Präsident Donald Trump hat am 21. September angekündigt, dass Washington an einem großangelegten Deal zum Kauf von Kalidüngern aus Belarus arbeitet. Die Ankündigung erfolgte über Truth Social, ohne dass europäische Verbündete wie Litauen zuvor informiert wurden. Litauen kritisierte das Vorgehen scharf und verwies auf geltende EU-Sanktionen gegen Belarus.
Das Wichtigste
- Trump kündigte am 21. September über Truth Social einen großangelegten US-Deal zum Kauf belarusischer Kalidünger an.
- Trump erklärte, belarusisches Kali sei deutlich günstiger als Lieferungen aus Kanada, und sprach von guten Nachrichten für US-Farmer.
- Im März 2025 hatte die Trump-Regierung Sanktionen gegen Belaruskali und die Belarusian Potash Company gelockert, im Gegenzug für die Freilassung politischer Gefangener.
- Am 16. September gab der US-Sondergesandte für Belarus John Coale die Freilassung von 25 politischen Gefangenen bekannt; im Gegenzug hoben die USA Sanktionen gegen Lakokraska und Bellesbumprom auf.
- Lukaschenko erklärte öffentlich, Belarus könne die von den USA benötigten Mengen nicht liefern, selbst wenn es dies wollte.
- Litauen wurde nach eigenen Angaben nicht über den Deal informiert; Remigijus Motuzas erklärte, die EU-Sanktionen gegen Belarus gelten bis Ende Februar.
- Im Mai 2025 hatten die USA Litauen, Polen und die Ukraine aufgefordert, ihre Sanktionen gegen belarusisches Kali für den Transit aufzuheben.
Warum es wichtig ist
Der Deal würde dem Lukaschenko-Regime eine wichtige Devisenquelle wiedereröffnen, die westliche Sanktionen eigentlich unterbinden sollten. Die USA setzen zugleich Litauen, Polen und die Ukraine unter Druck, ihre eigenen Beschränkungen zu lockern und den Transit belarusischen Kalis zu ermöglichen, und bringen damit transatlantische Verbündete in eine schwierige Lage. Trump begründete den Schritt als kostengünstigere Alternative zu kanadischem Kali und damit auch als politisches Signal Richtung Kanada im laufenden Handelskonflikt. Litauens öffentliche Reaktion zeigt, dass EU-Staaten in ein US-belarusisches Wirtschaftsarrangement hineingezogen werden, bei dem sie nicht konsultiert wurden.
Was geschehen ist
Am 21. September gab US-Präsident Donald Trump über sein soziales Netzwerk Truth Social bekannt, dass Washington an einem großangelegten Deal zum Kauf von Kalidüngern aus Belarus arbeitet. Trump erklärte, der Preis des belarusischen Kalis werde deutlich unter dem liegen, was die USA derzeit an Kanada zahlten, und bezeichnete das Vorhaben als gute Nachricht für amerikanische Farmer und Viehzüchter. Die Ankündigung erfolgte laut Bloomberg am Vorabend der US-Kongresswahlen und vor dem Hintergrund eines eskalierenden Handelskriegs mit Kanada, in dem beide Seiten gegenseitige Einfuhrzölle verhängt haben; bestehende US-Zölle auf Kanada erfassen allerdings wichtige Rohstoffe wie Öl, Kali und kritische Mineralien nicht. In Litauen löste die Nachricht Unverständnis aus: Remigijus Motuzas, Leiter des Außenausschusses des Seimas, erklärte, Litauen sei nicht über den Deal informiert worden, habe keine Grundlage, Sanktionen gegen Belarus aufzuheben, und könne die US-belarusischen Vereinbarungen nicht beeinflussen; die EU-Sanktionen gegen Belarus gelten bis Ende Februar. Lukaschenko erklärte unterdessen öffentlich, Belarus könne die benötigten Mengen nicht liefern, selbst wenn es dies wollte. Bereits im Mai 2025 hatten die USA Litauen, Polen und die Ukraine aufgefordert, ihre Sanktionen für den Transit belarusischen Kalis zu lockern. Im März 2025 hatte die Trump-Regierung Sanktionen gegen Belaruskali und die Belarusian Potash Company gelockert, zunächst im Gegenzug für die Freilassung politischer Gefangener; am 16. September gab US-Sondergesandter John Coale in Minsk die Freilassung von 25 politischen Gefangenen bekannt, woraufhin die USA Sanktionen gegen die Firmen Lakokraska und Bellesbumprom aufhoben.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien heben besonders hervor, dass die USA die Ukraine konkret unter Druck setzen, ihre Beschränkungen für belarusische Düngemittel aufzuheben. Sie rahmen belarusisches Kali als wichtige Finanzierungsquelle des Lukaschenko-Regimes, betonen also die politische Dimension und die Kriegsfinanzierung. Die empörte litauische Reaktion wird als Beleg dafür angeführt, dass europäische Verbündete von dem US-Schritt überrascht wurden.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Internationale Quellen wie Bloomberg verorten die Ankündigung vor dem Hintergrund des eskalierenden US-kanadischen Handelskriegs und der anstehenden US-Kongresswahlen. Die Berichterstattung stellt den wirtschaftlichen Nutzen für US-Farmer in den Vordergrund und greift Trumps Argument auf, belarusisches Kali sei günstiger als kanadisches. Zugleich wird betont, dass die US-Zölle auf Kanada Schlüsselrohstoffe wie Kali ausnehmen – der Deal wird daher eher als politisches Signal Richtung Kanada denn als reiner Marktschritt interpretiert.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen bewerten die Umsetzbarkeit des Deals unterschiedlich: Trump kündigte ein großangelegtes Abkommen an, während Lukaschenko öffentlich erklärte, Belarus könne die benötigten Mengen nicht liefern. Beim politischen Gefangenenaustausch beschreiben einige Fakten die Lockerung der Sanktionen gegen Belaruskali und die Belarusian Potash Company im März 2025 als an die Freilassung politischer Gefangener geknüpft, während andere einen separaten, neueren Austausch im September schildern, bei dem die USA im Gegenzug für 25 freigelassene Gefangene Sanktionen gegen Lakokraska und Bellesbumprom aufhoben. Zudem schwankt die Schreibung des US-Sondergesandten zwischen John Coale und John Cole.
Hintergrund
Vor den westlichen Sanktionen, die wegen politischer Repression in Belarus und der Unterstützung Moskaus für den Krieg gegen die Ukraine verhängt wurden, war Kali eine wichtige Devisenquelle für Belarus. Im letzten Vollsanktionsjahr 2021 lieferte Belarus mehr als 700.000 Tonnen Kalidünger in die USA; die Gesamtimporte der USA beliefen sich damals auf rund 13 Millionen Tonnen, fast 90 Prozent davon aus Kanada. Kanada gehört weiterhin zu den größten Kaliexporteuren der Welt. Die US-Zölle auf Kanada erfassen wichtige Rohstoffimporte wie Öl, Kali und kritische Mineralien derzeit nicht. Im Mai 2025 hatten die USA Litauen, Polen und die Ukraine aufgefordert, Sanktionen gegen belarusisches Kali zu lockern, um den Transit durch ihr Hoheitsgebiet zu ermöglichen.