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Russische Drohnenangriffe treffen Kiews Südbruck zum vierten Mal innerhalb von 24 Stunden

In der Nacht zum 2. Oktober schlugen russische Drohnen erneut auf der Südbrucke (Pivdennyj-Brücke) in Kiew ein – nach Angaben von Bürgermeister Vitalij Klitschko bereits der vierte Treffer binnen 24 Stunden. Die Brücke sowie der Paton- und der Metro-Brücke wurden ganz oder teilweise gesperrt, mehrere Bus- und Trolleybuslinien wurden umgeleitet. Separat traf ein Einschlag einen 25-stöckigen Wohnblock im Darnytskyi-Viertel, eine Person kam ums Leben, zwei wurden verletzt.

Das Wichtigste

  • In der Nacht zum 2. Oktober gegen 5:00 Uhr traf eine russische Drohne erneut die Südbrucke – nach Angaben von Bürgermeister Klitschko der vierte Treffer auf dieser Brücke innerhalb von 24 Stunden.
  • Die Südbrucke und der Paton-Brücke wurden in beiden Richtungen gesperrt, der Metro-Brücke in Richtung rechtes Ufer; Busse 22, 91, 51, 55, 115 und 118-D wurden über die Darnytskyj-Brücke umgeleitet.
  • Trolleybus-Linie 43 verkehrte nur zwischen Kybernetytschnyj-Zentr und Platz Lybidska, Linie 50 nur zwischen Miloslavska-Straße und Darnytskyj-Platz; Bus 1-M wurde über den Podilskyj-Brücke umgeleitet.
  • Im Darnytskyi-Viertel traf ein Einschlag die oberen Stockwerke eines 25-stöckigen Wohnhauses und löste ein Feuer aus; eine Person starb, zwei weitere wurden verletzt.
  • Im Holosiivskyj-Viertel fielen Drohnentrümmer auf ein freies Gelände, beschädigten Fenster eines Nichtwohngebäudes und Autos – ohne Feuer und ohne Folgeschäden, so Folgeschrieben.
  • Am Morgen des 1. Oktober hatten zwei Drohnen die Südbrucke nahe dem Brückenpfeiler getroffen; am Abend traf eine Drohne die Fahrbahn, beschädigte Fahrbahndecke, Pfeiler, Leitplanke und eine Betonumzäunung der Metro – laut Folgeschäten die ersten dokumentierten russischen Treffer auf einer großen Kiewer Transportbrücke über den Dnipro seit Beginn der Vollinvasion.

Warum es wichtig ist

Die Pivdennyj-Brücke gehört zu den wichtigsten Dnipro-Überquerungen Kiews; mehrfache Treffer innerhalb eines Tages unterbrachen wiederholt den Straßen- und Metoverkehr und zwangen zu weiträumigen Umleitungen des öffentlichen Nahverkehrs. Nach Darstellung der Quellen handelte es sich bei den Angriffen vom 1. Oktober um die ersten dokumentierten Treffer Russlands auf eine große Kiewer Transportbrücke seit Beginn der Vollinvasion – ein Präzedenzfall für die gezielte Behinderung kritischer städtischer Infrastruktur, nicht nur deren Zerstörung.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 2. Oktober gegen 5:00 Uhr schlugen russische Drohnen erneut auf der Pivdennyj- (Süd-)Brücke in Kiew ein; Bürgermeister Vitalij Klitschko sprach von mindestens dem vierten Treffer auf dieser Brücke innerhalb von rund 24 Stunden. Die Pivdennyj-Brücke wurde in beiden Richtungen gesperrt, ebenso der Paton-Brücke; die Metro-Brücke wurde in Richtung rechtes Ufer geschlossen. Notdienste wurden zum Einschlagsort entsandt. Im Holosiivskyj-Viertel fielen Trümmer auf ein freies Gelände und beschädigten Fenster eines Nichtwohngebäudes und mehrere Autos, Folgeschäden oder Verletzte gab es dort nicht. Separat traf ein Einschlag die oberen Stockwerke eines 25-stöckigen Wohnhauses im Darnytskyi-Viertel und löste ein Feuer aus; dabei starb einen Person, zwei weitere wurden verletzt.

Aufgrund der Brückensperrungen wurden die Routen der Busse 22, 91, 51, 55, 115 und 118-D über die Darnytskyj-Brücke umgeleitet. Trolleybus-Linie 43 wurde auf den Bereich Kybernetyu-tscheskij-Zentr – Platz Lybidska verkürzt, Linie 50 auf Miloslavska-Straße – Darnytskyj-Platz. Bus 1-M wurde über den Podilskyj-Brücke umgeleitet. In der Nacht wurde in Kiew zum zweiten Mal eine Luftschutzwarnung ausgelöst, da weiterhin die Bedrohung durch russische Kampfdrohnen bestand.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle verfügbaren Quellen sind ukrainisch und stützen sich überwiegend auf die Mitteilungen von Kiews Bürgermeister Vitalij Klitschko und der Kiewer Stadtverwaltung (KMDA) zu Sperrungen, Umleitungen und Schadensbilanz. Mehrere ukrainische Medien (Artikel 46129 und 46084) hoben die Einschätzung des ehemaligen Leiters des Zentrums für Desinformationsabwehr beim RNBO, Andrij Kowalenko, hervor, wonach die Treffer weniger auf die Zerstörung der Brücke als auf die Erzeugung eines Panikbildes zielten. Der Bericht wird zudem in einen breiteren Kontext eingebettet: Seit dem 27. August seien in Kiew 235 Luftschutzwarnungen registriert worden (so RNBO-Sekretär Ihor Klymenko); zudem werde in den letzten Wochen vermehrt sowohl bei Tag als auch bei Nacht mehrfach täglich ein Wasserfall an Luftschutzwarnungen verzeichnet.

Wo die Berichte auseinandergehen

Klitschko wird mit zwei unterschiedlichen Angaben zur Zahl der Treffer auf der Pivdennyj-Brücke zitiert: In einer Quelle ist von mindestens dem vierten Drohnentreffer binnen 24 Stunden die Rede, in einer anderen Stelle derselben Berichterstattung vom dritten Treffer in der aktuellen Serie – eine mögliche Inkonsistenz zwischen „vierter Treffer in 24 Stunden" und „dem vierten in der Serie".

Zum Zustand der Pivdennyj-Brücke am 1. Oktober gibt es ebenfalls unterschiedliche Darstellungen: Eine Quelle beschreibt Schäden an der Fahrbahn der Brücke beim Abendangriff, eine andere betont, beim Einschlag am Morgen seien bei der vorbietigen Inspektion keine kritischen Strukturschäden festgestellt worden. Beide Aussagen beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte, könnten in der zusammenfassenden Lektüre aber als widersprüchliche Bewertungen des Brückenzustands erscheinen.

Hintergrund

Am Morgen des 1. Oktober schlugen zwei Drohnen nahe dem Pfeilertrenn der Südbrucke ein; eine vorbereitende Inspektion ergab zunächst keine kritischen Strukturschäden. Am Abend des 1. Oktober traf dann eine Drohne die Fahrbahn der Brücke, beschädigte Fahrbahndecke, einen Brückenpfeiler, die Leitplanke sowie eine Betonumzäunung der Metro; der Metro- und Oberflächenverkehr über die Brücke wurden ausgesetzt.

Der ehemalige Leiter des Zentrums für Desinformationsabwehr beim RNBO, Andrij Kowalenko, erklärte, reaktive Shahed-Drohnen könnten die Pivdennyj-Brücke zwar nicht zerstören, sie aber beschädigen und ihren normalen Betrieb blockieren – und so Panik verbreiten. Zudem nutze Russland ein „technologisches Gelegenheitsfenster" mit Lagern an reaktiven Drohnen, auf die die Ukraine erst eine Antwort finden müsse.