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Von der Leyen kündigt Ende aller russischen Gasimporte in die EU bis Ende 2027 an

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat im Europäischen Parlament in Straßburg angekündigt, dass die EU ihre Importe von russischem Gas bis Ende 2027 vollständig beenden will. Ab dem 1. Januar 2027 greift ein vollständiges Importverbot für russisches LNG. Der Anteil russischen Gases an den EU-Importen ist demnach bereits von 45 auf 12 Prozent gesunken.

Das Wichtigste

  • Von der Leyen kündigte am 6. Oktober im Europäischen Parlament in Straßburg an, die EU werde ihre Importe von russischem Gas bis Ende 2027 auf null reduzieren.
  • Ab dem 1. Januar 2027 gilt ein vollständiges Importverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) in die EU.
  • Der Anteil russischen Gases an den EU-Importen ist von 45 Prozent vor vier Jahren auf 12 Prozent gesunken.
  • Seit Ende Februar sind die Gaspreise in Europa laut Von der Leyen um 140 Prozent gestiegen, die Dieselpreise haben sich verdoppelt.
  • Europa hat seit Beginn des Krieges im Iran 100 Milliarden Euro zusätzlich für importierte fossile Brennstoffe ausgegeben, davon 7,3 Milliarden Euro allein für russisches Arktis-Gas in den ersten acht Monaten 2026.
  • Über 70 Prozent des EU-Stroms stammt nach ihren Angaben bereits aus heimischen und sauberen Quellen; im vergangenen Jahr wurden mehr als 80 Gigawatt erneuerbare Kapazitäten installiert.
  • Die ungarische Regierung erklärte, die EU-Anforderungen für eine vollständige Abkehr von russischem Gas innerhalb eines Jahres erfüllen zu können.

Warum es wichtig ist

Die Ankündigung setzt eine konkrete Frist — Ende 2027 — für das Ende der Abhängigkeit der EU von russischem Gas und baut auf dem LNG-Importverbot ab dem 1. Januar 2027 sowie dem 21. Sanktionspaket auf. Trotz der Reduzierung des russischen Gasanteils von 45 auf 12 Prozent hat Europa im laufenden Jahr Milliarden für russisches LNG ausgegeben, und der Krieg im Iran hat die Kosten für Ersatzlieferungen erhöht. Damit macht die Kommission die vollständige Abkehr von russischen Energieträgern zu einem festen politischen Ziel.

Was geschehen ist

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte am 6. Oktober in einer Rede im Europäischen Parlament in Straßburg, die EU werde ihre Importe von russischem Gas bis Ende 2027 vollständig beenden. Grundlage dafür ist ein ab dem 1. Januar 2027 geltendes vollständiges Importverbot für russisches LNG, das im Rahmen des 21. Sanktionspakets beschlossen wurde und für bestimmte Lieferungen an Drittländer unter Altverträgen eine befristete Ausnahme vorsieht. Der Anteil russischen Gases an den EU-Importen ist demnach bereits von 45 Prozent vor vier Jahren auf 12 Prozent gesunken. Gleichzeitig wies Von der Leyen auf stark gestiegene Energiepreise hin: Seit Ende Februar seien die Gaspreise um 140 Prozent gestiegen, die Dieselpreise hätten sich verdoppelt. Importierte fossile Brennstoffe hätten Europa seit Kriegsbeginn im Iran zusätzlich 100 Milliarden Euro gekostet, allein in den ersten acht Monaten 2026 seien 7,3 Milliarden Euro für russisches Arktis-Gas ausgegeben worden. Sie kündigte zudem an, dass das EU-Stromnetz-Aktionspaket noch in diesem Jahr verabschiedet werden solle. Über 70 Prozent des EU-Stroms stammten bereits aus heimischen und sauberen Quellen, im vergangenen Jahr seien mehr als 80 Gigawatt erneuerbare Kapazitäten installiert worden. Der Elektrifizierungsaktionsplan der EU sieht vor, den Stromanteil am Endenergieverbrauch bis 2040 zu verdoppeln, was nach Schätzungen der Kommission die jährlichen fossilen Importkosten um 260 Milliarden Euro senken könnte. Die ungarische Regierung erklärte unterdessen, die Anforderungen an eine vollständige Abkehr von russischem Gas innerhalb eines Jahres erfüllen zu können.

Hintergrund

Vor vier Jahren stammten 45 Prozent der EU-Gasimporte aus Russland, fast vollständig unterbrochen über Nacht. Dieser Anteil ist inzwischen auf 12 Prozent gesunken. Die ungarische Regierung gibt an, eine vollständige Abkehr von russischem Gas innerhalb eines Jahres bewältigen zu können.