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Ukrainischer Geheimdienst benennt 20 Schiffe aus Russlands "Schattenflotte"

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Daten zu 20 Schiffen veröffentlicht, die russisches Öl, Ölprodukte und Flüssigerdgas exportieren oder sanktionierte Schiffe betanken. Alle 20 Schiffe stehen unter britischen oder ukrainischen Sanktionen, eines zusätzlich unter US-Sanktionen. Der Geheimdienst dokumentiert unter anderem, wie zwei Gastanker 2026 unter russische Flagge umgeflaggt wurden und nun vom Terminal Utренний des sanktionierten Arctic-LNG-2-Projekts sowie von der schwimmenden Speichereinheit KORYAK FSU nach China fahren. HUR fordert internationale Partner auf, Verkauf und Wartung der sanktionierten Schiffe stärker zu kontrollieren.

Das Wichtigste

  • HUR veröffentlicht Daten zu 20 Seeschiffen, die russisches Öl, Ölprodukte und LNG exportieren oder sanktionierte Schiffe betanken.
  • Alle 20 Schiffe stehen unter britischen oder ukrainischen Sanktionen, eines zusätzlich unter US-Sanktionen.
  • Der Gastanker PORTOVYY (IMO 9246621) gehört seit 2021 dem sanktionierten Gazprom und wurde am 15. August 2026 erstmals seit November 2021 aus dem Finnischen Meerbusen ausgeführt.
  • PORTOVYY erreichte über die Nordostpassage den chinesischen Hafen Beihai und liegt derzeit auf der Zhoushan Huafeng-Werft auf der Insel Zhoushan.
  • Die beiden Gastanker AVACHA und CHAIVO wurden im Frühjahr 2026 von der auf den Marshallinseln registrierten Tudor Maritime Ltd übernommen und im Juni bzw. Juli 2026 unter russische Flagge gestellt.
  • Beide Tanker werden vom russischen Unternehmen Krioline Management betrieben und transportieren seit August 2026 Gas nach Beihai, AVACHA vom Terminal Utренний (Arctic LNG 2), CHAIVO von der schwimmenden Speichereinheit KORYAK FSU bei Petropawlowsk-Kamtschatski.
  • HUR rief internationale Partner auf, den Verkauf solcher Schiffe stärker zu kontrollieren, Wartungsarbeiten für die sanktionierte Flotte auf ausländischen Werften zu blockieren und Russlands Einnahmen aus Energieexporten zu unterbinden; Großbritannien hatte kürzlich im Rahmen eines Pakets mit 31 Maßnahmen acht LNG-Schiffe sanktioniert.

Warum es wichtig ist

Die Veröffentlichung liefert Regierungen, Werften und Reedereien konkrete Schiffs-, Eigentümer- und Managerdaten, an denen sie bestehende Sanktionen gegen russische Energieexporte durchsetzen können. Sie dokumentiert zugleich, wie Russland seine Schattenflotte neu aufbaut — zwei 2026 unter russische Flagge gestellte Gastanker transportieren LNG von sanktionierten Arktis-Projekten über die Nordostpassage und den Pazifik nach China. Damit erhöht sich der Druck auf Jurisdiktionen wie China, die diese Schiffe beherbergen oder warten, und auf Flaggenstaaten wie die Marshallinseln, über die die Übernahmen abgewickelt wurden.

Was geschehen ist

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Informationen zu 20 Seeschiffen veröffentlicht, die russisches Öl, Ölprodukte und Flüssigerdgas exportieren oder sanktionierte Schiffe betanken. Alle 20 Schiffe stehen unter britischen oder ukrainischen Sanktionen, eines davon zusätzlich unter US-Sanktionen. Die Daten wurden auf dem Portal War&Sanctions veröffentlicht.

Im Detail schildert HUR den Fall des Gastankers PORTOVYY (IMO 9246621), der seit 2021 dem sanktionierten Gazprom gehört und als schwimmende Gasspeicheranlage im Portovaya-Komplex in der Oblast Leningrad dient. Am 15. August 2026 verließ das Schiff erstmals seit November 2021 mit russisem LNG den Finnischen Meerbusen, fuhr über die Nordostpassage in den chinesischen Hafen Beihai und liegt derzeit auf der Zhoushan Huafeng-Werft auf der Insel Zhoushan zur technischen Wartung.

Daneben benennt HUR zwei im Frühjahr 2026 in den russischen Schattenflottenbestand übernommene Gastanker: AVACHA (IMO 9319404), früher im Besitz der chinesischen Jovo Energy und nun im Besitz der auf den Marshallinseln registrierten Tudor Maritime Ltd, fährt seit Juni 2026 unter russischer Flagge und transportiert seit August 2026 Gas vom Terminal Utренний des sanktionierten Arctic-LNG-2-Projekts nach Beihai. CHAIVO, früher Eigentum der griechischen Maran Gas Maritime und ebenfalls von Tudor Maritime Ltd übernommen, wechselte im Juli 2026 unter russische Flagge und befördert seit August 2026 Gas von der schwimmenden Speichereinheit KORYAK FSU bei Petropawlowsk-Kamtschatski nach Beihai. Beide Schiffe werden vom russischen Unternehmen Krioline Management (Steuernummer 6500028647) betrieben.

HUR forderte internationale Partner auf, den Verkauf solcher Schiffe stärker zu kontrollieren, Wartungsarbeiten an der sanktionierten Flotte auf ausländischen Werften zu unterbinden und Russlands Energieeinnahmen abzuschneiden. Dies fällt zeitlich mit einem britischen Sanktionspaket aus 31 Maßnahmen zusammen, das unter anderem acht Schiffe umfasst, die Russland für eine neue LNG-Schattenflotte vorgesehen hatte.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vier herangezogenen Quellen sind ukrainisch (Medien und Agentur, auf Ukrainisch) und rahmen die Veröffentlichung einheitlich als nachrichtendienstlichen Erfolg, der aufdeckt, wie Russland Sanktionen gegen Energieexporte umgeht. Im Mittelpunkt steht der HUR als maßgebliche Autorität. Die ukrainische Berichterstattung betont den Aufruf an internationale Partner, den Verkauf von Schiffen stärker zu kontrollieren und Wartungsarbeiten auf ausländischen Werften zu blockieren, und hebt die bereits bestehenden ukrainischen und britischen Sanktionen gegen die gelisteten Schiffe hervor.

Wo die Berichte auseinandergehen

Eine ukrainische Quelle gibt für den Gastanker CHAIVO dieselbe IMO-Nummer an wie für AVACHA (9319404), was die korrekte Zuordnung der IMO für CHAIVO in Frage stellt.