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Russische Gleitbomben treffen Wohnhaus in Saporischschja – mindestens 17 Tote

Am Morgen des 10. Oktober schlugen russische Gleitbomben (KAB) ein fünfstöckiges Wohnhaus in Saporischschja teilweise ein. Die Opferzahlen stiegen im Tagesverlauf von zunächst vier auf bis zu 17 Getötete, darunter drei Kinder; Dutzende Menschen wurden verletzt. Präsident Selenskyj verband den Angriff mit der Aufhebung von US-Sanktionen gegen russische Dieselexporte durch Präsident Trump. Für den 11. Oktober wurde in Saporischschja ein Trauertag ausgerufen.

Das Wichtigste

  • Am 10. Oktober traf eine russische Gleitbombe (KAB) ein fünfstöckiges Wohnhaus in Saporischschja; ein Eingang stürzte bis auf das Niveau des zweiten Stocks ein.
  • Die Zahl der Getöteten stieg im Tagesverlauf von zunächst vier auf mindestens 17, darunter nach Angaben des Innenministeriums drei Kinder; 17 Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer.
  • Rettungskräfte bargen eine Frau lebend aus den Trümmern; Informationen zu weiteren möglicherweise verschütteten Personen wurden geprüft.
  • Präsident Selenskyj erklärte, Russland habe mit dem Angriff auf das Wohnhaus für die Aufhebung der US-Sanktionen gegen russische Dieselexporte „gedankt“; er sprach von einem „schwachen Entschluss starker Partner“.
  • Der Angriff erfolgte einen Tag, nachdem US-Präsident Trump einen Deal mit Präsident Putin über russische Diesellieferungen angekündigt hatte (über 300 000 Tonnen sofort, weitere 500 000 Tonnen im November, 1 Mio. Tonnen und 3 Mio. Tonnen in der Folge).
  • Für den 11. Oktober wurde in Saporischschja ein Trauertag erklärt.
  • In der Nacht zum 10. Oktober wurden laut Selenskyj 13 ukrainische Regionen von russischen Angriffen getroffen.

Warum es wichtig ist

Der Angriff auf ein Wohnhaus in Saporischschja verdeutlicht die anhaltende Bedrohung der ukrainischen Zivilbevölkerung durch russische Gleitbomben – in einer Stadt mit über 700 000 Einwohnern weniger als 16 km von der Frontlinie entfernt. Präsident Selenskyj verband die Attacke unmittelbar mit der Ankündigung eines US-russischen Diesel-Deals durch Präsident Trump und warf Washington vor, parallel laufende Gespräche mit ukrainischen Unterhändlern in Miami als „Nebelwand“ genutzt zu haben. Die Verquickung eines konkreten Angriffs auf Zivilisten mit einer politischen Entscheidung des wichtigsten westlichen Partners verschärft die diplomatische Spannung zwischen Kyjiw und Washington.

Was geschehen ist

Am Morgen des 10. Oktober schlugen russische Gleitbomben (KAB) in Saporischschja ein. Eine der Bomben traf direkt ein fünfstöckiges Wohnhaus; ein Eingang wurde teilweise zerstört, die Konstruktion stürzte bis auf das Niveau des zweiten Stocks ein. Die Stadt wurde nach Angaben örtlicher Behörden an mehreren Stellen gleichzeitig getroffen, Brände und Zerstörungen breiteten sich aus. Rettungskräfte bargen eine Frau lebend aus den Trümmern und übergaben sie medizinisch versorgt.

Die Opferzahlen stiegen im Tagesverlauf deutlich: anfangs wurde von vier Toten und drei Leichtverletzten sowie einem Hospitalisierten berichtet. Im Lauf des Tages aktualisierten der stellvertretende Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, Mychajlo Semikin, die Zahl der Getöteten auf 5, dann 7, dann 11; der Ko-Vorsitzende des Verteidigungsrates des Gebiets, Iwan Fedorow, nannte ebenfalls 11 Verletzte, darunter zwei Kinder im Alter von 12 und 14 Jahren. Präsident Selenskyj sprach von 12 Getöteten und 14 Verletzten, das Innenministerium unter Ihor Wyhywskyj meldete 15 Tote und 17 Verletzte bei elf weiterhin vermissten Personen; in späteren Berichten wurde die Zahl der Toten mit 17 angegeben.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellten den zivilen Charakter des Angriffs in den Vordergrund: getötete Kinder, verschüttete Menschen, eine lebend geborgene Frau. Eine zentrale Rolle nahmen die regionalen Verantwortlichen ein – Mychajlo Semikin (amtierender Leiter der Gebiets-Militärverwaltung) und Iwan Fedorow (Ko-Vorsitzender des Gebiets-Verteidigungsrats) –, die über Telegramm laufend aktualisierte Opferzahlen und Rettungsmaßnahmen vermeldeten. Breiten Raum nahm die Reaktion von Präsident Selenskyj ein, der den Angriff als Vergeltung Russlands für die US-Aufweichung der Diesel-Sanktionen interpretierte und den US-Deal als „schwachen Entschluss“ anprangerte. Viele ukrainische Quellen betteten den Angriff in eine Serie russischer Treffer auf Saporischschja in den Tagen und Wochen zuvor ein und verwiesen auf den für 11. Oktober ausgerufenen Trauertag.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die internationalen, nicht-ukrainischen Quellen – darunter BBC News und die South China Morning Post – ordneten den Angriff stärker in den Kontext des russisch-ukrainischen Luftkriegs ein und stellten den Trump-Putin-Diesel-Deal ausführlich dar (Mengenstaffel: über 300 000 Tonnen sofort, 500 000 Tonnen im November, 1 Mio. Tonnen und 3 Mio. Tonnen kurz danach). Sie hoben den Kontrast zwischen diesem Deal und einem breit angelegten Russland-Sanktionsgesetz hervor, das Trump im Vormonat unterzeichnet hatte. Selenskyjs Kritik an den USA – der „schwache Entschluss“, der Vorwurf, die parallel laufenden Miami-Gespräche mit ukrainischen Unterhändlern seien als „Nebelwand“ benutzt worden – wurde prominent zitiert. International wurde zudem auf die Gesamtzahl ziviler Opfer russischer Bombardierungen in den Tagen vor dem Angriff (mehr als 55 in vier Tagen) verwiesen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Opferzahlen entwickelten sich über den Tag deutlich auseinander: bei den Getöteten reichten die Angaben von anfangs 4 über Updates von 5, 7, 8 und 11 bis hin zu Berichten von 12, 15 und schließlich 17 Toten. Die Anzahl der Verwundeten schwankte zwischen 4 und 17, abhängig von Quelle und Zeitpunkt der Meldung. Auch die Zahl der getöteten Kinder wurde unterschiedlich mit 1, 2 oder 3 angegeben. Diese Differenzen spiegeln die laufende Aktualisierung während der Rettungsarbeiten wider.

Hintergrund

Die großangelegte russische Invasion in der Ukraine läuft seit über viereinhalb Jahren. In den vier Tagen vor dem Angriff auf Saporischschja hatten russische Bombardierungen in der Ukraine nach AP-Angaben mehr als 55 Menschen getötet. Saporischschja mit über 700 000 Einwohnern liegt weniger als 16 km von der Frontlinie entfernt und wird häufig mit Drohnen und Raketen angegriffen. In den Tagen zuvor war die Stadt mehrfach getroffen worden, unter anderem am 9. Oktober (ein Toter, 23 Verletzte in der Nähe eines Hochhauses), am 8. Oktober (FPV-Drohne am Gebäude des Gebietsrats) und in der Nacht zum 10. Oktober, als laut Selenskyj 13 ukrainische Regionen unter russischem Beschuss standen.