Kellogg unterstützt ukrainische Angriffe auf Russland und widerspricht Trump
Der frühere US-Sondergesandte für die Ukraine, Keith Kellogg, hat sich am Rande des Warschauer Sicherheitsforums in einem Interview mit Bloomberg Television dafür ausgesprochen, der Ukraine Angriffe auf russische Ziele zu erlauben. Damit widerspricht er Präsident Donald Trump, der Kiew zuletzt aufgefordert hatte, die Luftangriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Kellogg nannte Trumps Äußerungen "Lärm" und äußerte sich auch zu dem umstrittenen Diesel-Abkommen zwischen Trump und Putin.
Das Wichtigste
- Der ehemalige US-Sondergesandte für die Ukraine, Keith Kellogg, sagte, Kiew solle russische Ziele angreifen dürfen.
- Kellogg äußerte sich in einem Interview mit Bloomberg Television am Rande des Warschauer Sicherheitsforums.
- Kellogg verwies auf seine Erfahrung im Vietnamkrieg und sagte: "Let the Ukrainians do what they do very well."
- Kellogg widerspricht damit Präsident Trump, der Kiew am Wochenende aufgefordert hatte, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen.
- Kellogg bezeichnete Trumps Äußerungen als „Lärm", einschließlich des Vorschlags, Wolodymyr Selenskyj solle einen Rückzug aus dem Präsidentenamt erwägen.
- Kellogg sieht zwei ähnlich eigenwillige Staatschefs und erwartet keine Eskalation wie bei der Konfrontation im Oval Office im Februar 2025.
- Auslöser des Streits ist ein umstrittenes Diesel-Abkommen zwischen Trump und Wladimir Putin; Kellogg hält es für nachteilig für Putin.
Warum es wichtig ist
Ein ehemaliger hochrangiger US-Gesandter widerspricht öffentlich dem amtierenden US-Präsidenten in einem zentralen Punkt der US-Politik gegenüber der Ukraine. Kellogg äußerte sich auf einem prominenten europäischen Sicherheitsforum, zeitgleich mit verbündeten Stimmen, die die Ukraine unterstützen. Der Streit dreht sich um ukrainische Angriffe auf russische Ölinfrastruktur, die als wirksames Mittel gelten, die Finanzierung der russischen Invasion zu beschneiden. Vor dem Hintergrund eines Trump-Putin-Abkommens zu russischem Diesel und im Vorfeld der US-Kongresswahlen am 3. November wirft der Konflikt Fragen zur Kohärenz der US-Politik auf.
Was geschehen ist
Keith Kellogg, ehemaliger US-Sondergesandter für die Ukraine, sagte am Rande des Warschauer Sicherheitsforums in einem Interview mit Bloomberg Television, Kiew solle russische Ziele angreifen dürfen. Er begründete dies mit seiner Erfahrung im Vietnamkrieg: In einem Konflikt sollten dem Feind keine sicheren Zonen bleiben. Kellogg sagte: „Die Ukrainer sollen das tun, was sie sehr gut können.“ Damit widerspricht er Präsident Donald Trump, der Kiew am Wochenende aufgefordert hatte, die Luftangriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Kellogg bezeichnete Trumps Äußerungen als „Lärm“, einschließlich des Vorschlags, Wolodymyr Selenskyj solle einen Rückzug aus dem Präsidentenamt erwägen. Er sieht in Trump und Selenskyj zwei ähnlich eigenwillige Staatschefs und erwartet keine Eskalation wie bei der Konfrontation im Oval Office im Februar 2025. Auslöser des Streits ist nach seinen Worten ein umstrittenes Diesel-Abkommen zwischen Trump und Wladimir Putin, das Kellogg für nachteilig für Putin hält. Kellogg sagte zudem, Russland gewinne den Krieg nicht, sondern verlängere ihn nur, und Putin handle aus einer Position der Schwäche; er verwies auf Schätzungen von 1,2 bis 1,5 Millionen russischen Militärverlusten, die die sowjetischen Verluste im zehnjährigen Afghanistan-Krieg überstiegen.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die Äußerungen fallen auf dem Warschauer Sicherheitsforum in einen weiteren Kontext europäischer Unterstützung für die Ukraine. Am 11. Oktober hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, er sei bereit, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, falls Moskau Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur beende; eine solche Deeskisematik müsse jedoch gegenseitig sein und mit echten Garantien einhergehen. Am 12. Oktober forderte der polnische Außenminister Radosław Sikorski am selben Forum Trump auf, Druck auf Russland statt auf die Ukraine auszuüben, und unterstützte europäische Hilfe für Kiew sowie schärfere Sanktionen gegen Moskau. Am gleichen Tag verhängte die Europäische Union ein neues Sanktionspaket gegen mehr als 1.600 Personen und Organisationen.
Hintergrund
Keith Kellogg war bis Ende 2025 Trumps Sondergesandter für die Ukraine; sein damaliger Abgang wurde mit Frustration über deren Umgang mit russischen Manövern in Verbindung gebracht. Kellogg ist pensionierter Generalleutnant. Zuvor hatte Kellogg nach erfolgreichen ukrainischen Fernschlägen auf russische Ölinfrastruktur gesagt, die Ukrainer gewannen erstmals seit 2023 wieder die Oberhand über die Russen.