UN ernennt russischen Diplomaten Hlib Desiatnikov zum Beauftragten für Minenräumung
UN-Generalsekretär António Guterres hat den russischen Diplomaten Hlib Desiatnikov am 27. Oktober 2026 zum Assistenten des Generalsekretärs für Minenräumung und Polizeiarbeit im Departament für Friedensmissionen ernannt. Das ukrainische Außenministerium kritisierte die Entscheidung scharf und sieht darin eine Untergrabung des Vertrauens in die UN.
Das Wichtigste
- Die Ernennung erfolgte am 27. Oktober 2026.
- Hlib Desiatnikov wurde zum Assistenten des Generalsekretärs für Minenräumung und Polizeiarbeit ernannt.
- Zum Zeitpunkt der Ernennung war Desiatnikov Russlands Botschafter in Jordanien.
- Ukraine ist nach Angaben des Außenministeriums nach mehr als zehn Jahren russischer Aggression das Land mit der größten Minenverseuchung der Welt.
- Das ukrainische Außenministerium erklärte, die Ernennung untergrabe das Vertrauen in die UN.
- Sprecher Georgiy Tyshii nannte die Ernennung ein Beispiel dafür, dass „Moskau die UN ersetzt hat“.
- Desiatnikov verfügt nach Angaben der UN über mehr als 35 Jahre Erfahrung in internationalen Beziehungen, Sicherheitsfragen und multilateraler Diplomatie.
Warum es wichtig ist
Die Ernennung gibt einem Vertreter eines Aggressorstaates eine hochrangige UN-Funktion im Bereich der Minenräumung. Sie berührt unmittelbar die Arbeit der Organisation in einem Land, das nach ukrainischen Angaben weltweit am stärksten von Minen verseucht ist, und verdeutlicht zugleich die breiteren Auseinandersetzungen über Russias Einfluss und Vertretung innerhalb der UN.
Was geschehen ist
Generalsekretär António Guterres призначив Hlib Desiatnikov am 27. Oktober 2026 zum Assistenten des Generalsekretärs für Minenräumung und Polizeiarbeit im Departament für Friedensmissionen der UN. Desiatnikov war seit 2018 Botschafter Russlands in Jordanien. Das ukrainische Außenministerium protestierte gegen die Ernennung und erklärte, sie untergrabe das Vertrauen in die UN und lege Verantwortung in die Hände eines Vertreters eines Aggressorstaates. Sprecher Georgiy Tyshii stellte insbesondere die widersprüchliche Ausrichtung dieser Personalentscheidung mit der Situation der Ukraine als weltweit am stärksten minenverseuchtes Land infrage.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen stellen die Ernennung vor allem als institutionellen Widerspruch dar: Ein russischer Diplomat soll die Minenräumung der UN leiten, während die Ukraine nach mehr als einem Jahrzehnt russischer Aggression unter dem größten Minenproblem der Welt leidet. Hervorgehoben wird außerdem, dass Desiatnikov Russland während des gesamten großflächigen Krieges представляte und Russland nach Darstellung українських чиновників weiterhin den ständigen Sicherheitsratssitz der Sowjetunion besetzt hält.
Hintergrund
Desiatnikov repräsentierte Russland während des gesamten großflächigen Krieges gegen die Ukraine und war seit 2018 Botschafter in Jordanien. Zuvor arbeitete er von 1994 bis 1997 in der UN-Spezialkommission für den Irak und von 2004 bis 2010 als leitender Berater für den Nahen Osten und Nordafrika in der ständigen Vertretung Russlands bei der UN in New York. Die Ukraine initiatesierte im Dezember 2022 die Ausschluss Russlands aus dem ständigen Mitgliedschaftsrecht im Sicherheitsrat und aus der Organisation insgesamt. Zugleich wurde berichtet, dass die US-Regierung die Kandidatur des ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán für das Amt des UN-Generalsekretärs förderte und dabei Unterstützung von China und Russia anstrebte.