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Koretsky beziffert Steuerausfall durch russische Angriffe auf 70 Mrd. Hrywnja

Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj hat den Ausfall von rund 70 Mrd. Hrywnja an Steuereinnahmen infolge russischer Angriffe auf ukrainische Unternehmen beziffert. Er stellte zugleich ein Bündel von Gegenmaßnahmen vor: die Bereitstellung staatlicher Flächen für Unternehmen, eine Dezentralisierung der Logistik, Verhandlungen über schnellere Grenzübergänge sowie einen Kriegsrisikoversicherungsfonds in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar.

Das Wichtigste

  • Serhij Korezkyj schätzt den Ausfall an Steuereinnahmen auf rund 70 Mrd. Hrywnja (Stand Anfang September).
  • Die Zahl kann laut Korezkyj weiter steigen, da die Angriffe täglich andauern.
  • Die Regierung hat Räumlichkeiten des Staatsvermögensfonds, staatlicher Unternehmen und Ministerien auditiert und bietet diese Lager- und Produktionsflächen Unternehmen an.
  • Die Logistik soll nach dem Vorbild des Energiesektors dezentralisiert werden; ein Plan mit Handel und Logistikunternehmen liegt vor.
  • Mit Nachbarländern wird über ein flexibles, schnelles Grenzübergangssystem verhandelt.
  • Im Haushalt ist eine separate Position von vorläufig rund 1 Mrd. US-Dollar für eine Kriegsrisikoversicherung vorgesehen; internationale Partner sollen diesen Betrag vervielfachen.
  • Der Reservefonds soll 40–50 % der Schäden aus Angriffen abdecken, mit vereinfachtem Verfahren und schneller Reaktion.

Warum es wichtig ist

Die Zahl macht die fiskalischen Folgen der russischen Angriffe auf die ukrainische Wirtschaft erstmals konkret greifbar und zeigt, mit welchem Ausfall der Haushalt rechnet. Zugleich legt die Regierung ein zusammenhängendes Maßnahmenpaket vor – von der Bereitstellung staatlicher Flächen über eine dezentrale Logistik bis hin zu einem geplanten Kriegsrisikofonds –, das über kurzfristige Nothilfe hinausgeht. Schließlich ist die Erwartung an internationale Partner, den einen Milliarde US-Dollar schweren Fonds zu vervielfachen, ein deutliches Signal an die Geberländer.

Was geschehen ist

Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj erklärte beim YES-2026-Kongress im Gespräch mit der Chefredakteurin des Economist, Zanny Minton Beddoes, dass wegen russischer Angriffe auf Unternehmen voraussichtlich rund 70 Mrd. Hrywnja an Steuereinnahmen ausfallen werden. Er bezeichnete den Betrag als Schätzung Anfang September und wies darauf hin, dass er angesichts der täglich andauernden Angriffe weiter steigen könne. Die Regierung hat nach seinen Worten eine vollständige Bestandsaufnahme der Räumlichkeiten des Staatsvermögensfonds, staatlicher Unternehmen und Ministerien durchgeführt und stellt diese Lager- und Produktionsflächen betroffenen Unternehmen zur Verfügung. Außerdem werde eine Dezentralisierung der Logistik nach dem Vorbild des Energiesektors vorbereitet; ein entsprechender Plan mit Handels- und Logistikunternehmen liege vor. Mit Nachbarländern verhandle die Regierung über ein flexibles, schnelles Grenzübergangssystem. Im Haushalt ist eine separate Position von vorläufig etwa einer Milliarde US-Dollar für eine Kriegsrisikoversicherung geplant; internationale Partner sollen diesen Betrag vervielfachen. Ziel sei ein Reservefonds, der 40 bis 50 Prozent der Schäden aus Angriffen abdeckt und mit vereinfachtem Verfahren sowie schneller Auszahlung funktioniert. Separat erklärte Korezkyj laut Ukrinform, die Ukraine sei auf russische Angriffe in diesem Winter deutlich besser vorbereitet als vor einem Jahr.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vier herangezogenen Quellen sind ukrainische Medien und Agenturen. Sie führen den Haushaltsschaden – rund 70 Mrd. Hrywnja ausgefallene Steuereinnahmen – als Aufhänger und schreiben ihn direkt den russischen Angriffen auf Unternehmen zu. Ministerpräsident Korezkyj wird als namentlich genannter Sprecher in den Vordergrund gerückt; seine Äußerungen werden ausdrücklich mit dem YES-2026-Kongress verknüpft. Die Gegenmaßnahmen – die Bereitstellung staatlicher Flächen, die Dezentralisierung der Logistik, Grenzverhandlungen und die Kriegsrisikoversicherung – erscheinen in dieser Darstellung als abgestimmtes Gesamtpaket und nicht als Einzelmaßnahme. Der Frame betont zudem die täglich fortgesetzten Angriffe und das Risiko einer wachsenden Schadenssumme, womit die Lage als anhaltender wirtschaftlicher Schock gerahmt wird.

Hintergrund

Der Betrag von rund 70 Mrd. Hrywnja ist eine Schätzung Anfang September und kann bei anhaltenden täglichen Angriffen steigen. Die Dezentralisierung der Logistik orientiert sich ausdrücklich am Vorbild der bereits erfolgten Dezentralisierung des Energiesektors. Der geplante Reservefonds für Kriegsrisiken soll 40 bis 50 Prozent der Schäden abdecken und mit vereinfachtem Verfahren sowie schneller Reaktion operieren. Separat erklärte Korezkyj, die Ukraine sei auf russische Angriffe in diesem Winter deutlich besser vorbereitet als vor einem Jahr.