Veröffentlicht am · Aktualisiert:

ВАКС verlängert Verfahrenspflichten gegen Ex-Präsidialamtschef Jermak um 60 Tage

Das ukrainische Hohe Anti-Korruptions-Gericht hat die Verfahrenspflichten gegen den ehemaligen Leiter des Präsidialamtes, Andriy Jermak, der im Verdacht steht, kriminell erworbene Vermögenswerte legalisiert zu haben, um 60 Tage verlängert. Die Pflicht zum Tragen einer elektronischen Fußfessel wurde hingegen auf Anraten eines unabhängigen Mediziners nicht verlängert, da dies dessen Leben und Gesundheit gefährden könne.

Das Wichtigste

  • ВАКС verlängerte die Verfahrenspflichten gegen Andriy Jermak um 60 Tage.
  • Jermak ist Verdächtiger in einem Fall zur Legalisierung kriminell erworbener Vermögenswerte.
  • Das Gericht verlängerte die Pflicht zum Tragen einer elektronischen Fußfessel nicht.
  • Grund war das Gutachten eines unabhängigen Mediziners, das eine Gefahr für Leben und Gesundheit feststellte.
  • Jermak muss auf Anfrage bei Detektiv, Staatsanwalt und Gericht erscheinen.
  • Er darf die zuvor festgelegten Orte nicht verlassen und muss Reisedokumente aushändigen.
  • Ein Antrag der SAPO-Staatsanwaltschaft wurde teilweise stattgegeben.

Warum es wichtig ist

Mit der Entscheidung bleibt ein ehemaliger ranghoher Präsidialamtsmitarbeiter in einem Strafverfahren der ukrainischen Anti-Korruptions-Institutionen Beschuldigter. Dass das Gericht dem Antrag der auf Korruptionsbekämpfung spezialisierten Staatsanwaltschaft (SAPO/САП) teilweise stattgab, zeigt, dass das Verfahren aktiv weiterläuft. Gleichzeitig verringert die Aussetzung der elektronischen Fußfessel aus medizinischen Gründen den Kreis der noch geltenden Zwangsmaßnahmen gegen den Verdächtigen.

Was geschehen ist

Das Hohe Anti-Korruptions-Gericht (ВАКС) verlängerte die gegen den ehemaligen Leiter des Präsidialamtes, Andriy Jermak, verhängten Verfahrenspflichten um 60 Tage. Jermak ist Verdächtiger in einem Fall zur Legalisierung kriminell erworbener Vermögenswerte, der von der Spezialisierten Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (SAPO/САП) bearbeitet wird. Die Ermittlungsrichterin gab den Antrag der SAPO-Staatsanwaltschaft teilweise statt. Nicht verlängert wurde die Pflicht zum Tragen einer elektronischen Fußfessel; ein unabhängiger Mediziner hatte in einem Gutachten darauf hingewiesen, dass das weitere Tragen eine Gefahr für Leben und Gesundheit des Verdächtigen darstellen könne. Die übrigen Verfahrenspflichten bleiben bestehen: Jermak muss auf Anfrage bei Detektiv, Staatsanwalt oder Gericht erscheinen, jede Änderung seines Wohn- oder Arbeitsortes melden, die zuvor festgelegten Orte nicht verlassen, seine Reisepässe einschließlich diplomatischer Pässe aushändigen und darf nicht mit im Beschluss genannten Personen (anderen Verdächtigen und Zeugen) über die im Verdacht mitgeteilten Umstände kommunizieren.

Hintergrund

Das Hohe Anti-Korruptions-Gericht (ВАКС) ist das spezialisierte ukrainische Gericht, das Fälle der Anti-Korruptions-Organe behandelt, insbesondere des Nationalen Anti-Korruptions-Büros (NABU) und der Spezialisierten Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (SAPO/САП). Verfahrenspflichten gegenüber einem Verdächtigen können nach ukrainischem Recht unter anderem Bewegungsbeschränkungen, die Abgabe von Reisedokumenten, Erscheinenspflichten und elektronische Überwachung umfassen.