Kiew und Moskau unzufrieden mit US-Sondergesandtem Witkoff in Ukraine-Verhandlungen
Ukrainische und russische Quellen äußern Unzufriedenheit mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in den Friedensverhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Berichten zufolge gilt er in Kiew als inkompetent und zu nachgiebig gegenüber Russland, während Moskau ihm die Unfähigkeit der USA vorwirft, die Ukraine zu territorialen Zugeständnissen zu drängen. Im Weißen Haus wird die Berichterstattung zurückgewiesen.
Das Wichtigste
- Kiew und Moskau sind Berichten zufolge mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff unzufrieden.
- Witkoff soll bei einem Treffen Wladimir Putins Notiz '3+2' auf einem Blatt Papier mit nach Washington genommen haben, was sich auf die Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja, Cherson und die Krim bezieht.
- Witkoff besuchte mindestens ein Treffen mit Putin ohne amerikanischen Übersetzer und verließ Berichten zufolge trilaterale Gesprächsrunden, ohne den anderen Teilnehmern zu sagen, wohin er ging.
- Amerikanische Vertreter kamen später zu dem Schluss, dass Witkoff Putins '3+2'-Vorschlag falsch interpretiert und Präsident Trump berichtet hatte, Putin sei zu territorialen Zugeständnissen bereit.
- Mehrere Initiativen sollen im Gange sein, um Witkoff aus den Verhandlungen zu entfernen oder seine enge Arbeitsbeziehung zum russischen Gesandten Kirill Dmitrijew zu stören.
- Das Weiße Haus wies die Berichterstattung als 'fake news and nonsense' zurück.
Warum es wichtig ist
Das schwindende Vertrauen beider Kriegsparteien in den wichtigsten US-Vermittler erschwert die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Witkoffs mutmaßliche Fehlinterpretation von Putins '3+2'-Vorschlag deutet auf eine erhebliche Kommunikationslücke in den US-russischen Verhandlungen hin und wirft Fragen auf, ob Washington die russischen Positionen korrekt versteht. Berichte über Versuche, Witkoff aus den Gesprächen zu entfernen oder seine Beziehung zum russischen Gesandten Kirill Dmitrijew zu untergraben, zeigen interne Reibungen innerhalb des US-Verhandlungsteams.
Was geschehen ist
Ukrainische und russische Quellen berichten übereinstimmend von Unzufriedenheit mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in den Friedensverhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Kiew betrachtet Witkoff demnach als inkompetent und zu nachgiebig gegenüber Russland; Moskau macht ihn für das Scheitern der USA verantwortlich, die Ukraine zu territorialen Konzessionen zu bewegen. Bei einem Treffen mit Wladimir Putin zeichnete der russische Präsident '3+2' auf ein Blatt Papier – ein Verweis auf die Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja, Cherson und die Krim, die Russland der Ukraine abverlangen will. Witkoff nahm das Papier nach Washington mit und soll Trump berichtet haben, Putin sei zu einem Kompromiss bereit, bei dem die Ukraine aus Teilen von Donezk und Luhansk abzieht, während Russland aus Teilen von Cherson und Saporischschja abzieht. Amerikanische Vertreter kamen später zu dem Schluss, dass Witkoff den Vorschlag falsch gedeutet hatte. Mindestens ein Treffen mit Putin fand ohne amerikanischen Übersetzer statt; bei trilateralen Gesprächen soll Witkoff den Raum verlassen haben, ohne die anderen Teilnehmer zu informieren. Das Weiße Haus wies die Berichterstattung als 'fake news and nonsense' zurück.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Eine internationalsprachige Einordnung liegt in den verfügbaren Quellen nicht separat vor.
Wo die Berichte auseinandergehen
Das Weiße Haus wies die Berichterstattung als 'fake news and nonsense' zurück und erklärte, Präsident Trump und Sondergesandter Witkoff arbeiteten unermüdlich an einer Beendigung des Konflikts. Ungenannte ukrainische, russische und andere Quellen schilderten dagegen weit verbreitete Unzufriedenheit mit Witkoffs Leistung, einschließlich Vorwürfen der Inkompetenz, Fehlinterpretation russischer Positionen und unprofessionellen Verhaltens bei den Verhandlungen.
Hintergrund
Die '3+2'-Notation Putins auf dem Papier bezieht sich auf die fünf ukrainischen Regionen – Donezk, Luhansk, Saporischschja, Cherson und die Krim –, deren Abtretung Russland von der Ukraine fordert. Ein von Witkoff und Dmitrijew ausgearbeitetes 28-Punkte-Memorandum ist Berichten zufolge gescheitert; ein ukrainischer Vertreter macht Witkoff für spätere Probleme in den US-russischen diplomatischen Beziehungen verantwortlich. Die Financial Times hatte zuvor berichtet, das Weiße Haus erwäge, die Rolle von CIA-Direktor John Ratcliffe in den Verhandlungen auf Kosten von Witkoff und Jared Kushner auszuweiten; das Weiße Haus dementierte dies.