Russischer Drohnenangriff auf Kiew am 23. September: Zwei Tote, 25 Verletzte, Schäden an Darnitsa-Werk und weiteren Zielen
Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew am 23. September mit einer großangelegten Drohnenattacke überzogen. Dabei wurden unter anderem das Pharmaunternehmen Darnitsa, das Institut Diprozviazok, ein Rechenzentrum, zwei Tankstellen und eine Bahnanlage getroffen. Bürgermeister Vitalij Klitschko bilanzierte zwei Tote und mindestens 25 Verletzte.
Das Wichtigste
- Am Morgen des 23. September griff Russland Kiew mit Drohnen an; mehrere Stadtteile – Holosijiwskyj, Darnyzkyj und Solomjanskyj – waren betroffen.
- Nach Angaben von Bürgermeister Vitalij Klitschko wurden zwei Menschen getötet und mindestens 25 verletzt, 17 davon stationär im Krankenhaus.
- Das Pharmaunternehmen Darnitsa wurde getroffen; nach Unternehmensangaben starb kein Mitarbeiter von Darnitsa.
- Zwei Tankstellen wurden getroffen: eine Ukrnafta-Anlage in Holosijiwskyj (sechster Treffer auf Ukrnafta-Tankstellen in den letzten Wochen) und eine UPG-Anlage in Darnyzkyj.
- Im Solomjanskyj-Stadtteil wurde das Diprozviazok-Institut, das leerstehende „Schajba“-Marktgebäude nahe dem Zentralbahnhof sowie ein neunstöckiges Nichtwohngebäude beschädigt.
- Die EU-Delegation in Kiew hörte nach Angaben von Botschafterin Katarina Mathernova drei starke Explosionen innerhalb von 15–20 Minuten und sah Rauchsäulen.
- Ukrainische Luftabwehr schoss von 161 in der Nacht gestarteten Drohnen 119 ab; Zugverkehr des Kyiv City Express wurde zeitweise eingestellt, Zentral- und Darnyzkyj-Bahnhof blieben laut Ukrzaliznyzja unbeschädigt.
- In der Oblast Kiew wurden 18 zivile Infrastrukturobjekte in vier Bezirken beschädigt, drei Männer im Bezirk Butscha erlitten Splitterverletzungen.
Warum es wichtig ist
Der Angriff war eine großangelegte, vielschichtige Drohnenattacke auf die ukrainische Hauptstadt, die an einem einzigen Tag zivile, industrielle und infrastrukturbezogene Ziele gleichzeitig traf. Er forderte bestätigte zivile Opfer – zwei Tote und mindestens 25 Verletzte, darunter Beschäftigte der angegriffenen Einrichtungen. Strategisch und symbolisch bedeutsame Objekte wie der ukrainische Pharmahersteller Darnitsa, das Telekommunikations-Institut Diprozviazok, ein UTELS-Rechenzentrum, Tankstellen und eine Bahnanlage wurden beschädigt. Dass die EU-Delegation in Kiew Explosionen hörte und Rauchsäulen von ihren Büros aus sah, verdeutlicht, wie tief die Angriffe ins Zentrum der Hauptstadt reichten.
Was geschehen ist
Am Morgen des 23. September griff Russland Kiew mit Drohnen an. Treffer wurden in den Stadtteilen Holosijiwskyj, Darnyzkyj und Solomjanskyj registriert. Nach Angaben von Bürgermeister Vitalij Klitschko starben zwei Menschen, mindestens 25 wurden verletzt, 17 davon stationär im Krankenhaus. Zu den betroffenen Objekten gehörten das Pharmaunternehmen Darnitsa – nach Unternehmensangaben ohne Tote unter den Beschäftigten –, das Institut Diprozviazok, das seit Jahren leerstehende „Schajba“-Marktgebäude nahe dem Zentralbahnhof, ein neunstöckiges Nichtwohngebäude im Solomjanskyj-Viertel, zwei Tankstellen (Ukrnafta in Holosijiwskyj und UPG in Darnyzkyj), ein vierstöckiges Geschäftszentrum, Lager- und Transportunternehmen sowie ein Rechenzentrum, das auch Internetanbieter wie Pavutyna und Utels betraf. Laut Ukrzaliznyzja blieben der Zentralbahnhof und der Bahnhof Darnyzkyj unbeschädigt; der Zugverkehr des Kyiv City Express wurde während des Angriffs zeitweise in beiden Richtungen eingestellt, einige Abfahrten verspäteten sich. Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarina Mathernova, berichtete, sie habe aus dem Büro der EU-Delegation drei heftige Explosionen binnen 15–20 Minuten gehört und tagsüber Rauchsäulen gesehen. In der Oblast Kiew wurden in vier Bezirken (Butscha, Obuchiw, Fastiw, Wyschhorod) 18 zivile Infrastrukturobjekte beschädigt; im Bezirk Butscha erlitten drei Männer Splitterverletzungen. Nach Angaben der Luftstreitkräfte startete Russland in der Nacht 161 Drohnen verschiedener Typen; die ukrainische Luftabwehr schoss 119 davon ab.
Wo die Berichte auseinandergehen
Erste Meldungen legten nahe, dass nahe dem oder am Kiewer Zentralbahnhof ein Treffer erfolgt sei. Ukrzaliznyzja wies dies jedoch ausdrücklich zurück und erklärte, dass weder der Zentralbahnhof noch der Bahnhof Darnyzkyj beschädigt wurden. Die Schäden in Bahnhofsnähe betrafen stattdessen das benachbarte, seit Jahren leerstehende „Schajba“-Marktgebäude.
Hintergrund
Der Angriff erfolgte in mindestens zwei Wellen: einer Morgenwelle, die zwei Tankstellen und eine Bahnanlage traf, sowie einer späteren Welle mit zusätzlichen Opfern und Schäden in mehreren Stadtteilen. Das „Schajba“-Marktgebäude nahe dem Zentralbahnhof stand seit mehreren Jahren leer, bevor es bei dem Angriff in Brand geriet. Darnitsa ist einer der großen ukrainischen Pharmahersteller; das Unternehmen erklärte, keine Mitarbeiter verloren zu haben.