Russland greift die Ukraine mit Raketen und Drohnen in der Nacht zum 29. September an
Russland hat in der Nacht zum 29. September 2025 eine großangelegte kombinierte Attacke mit Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und einer großen Zahl an Drohnen auf Kiew und mindestens zehn Oblaste der Ukraine geflogen. Dabei wurden unter anderem das Depot des Bahnhofs Kiew-Passaschyrskyj, Daten- und Geschäftszentren, Wohnhäuser, Energieanlagen und zwei ausländische Schiffe in der Oblast Odessa beschädigt. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, alle Raketen und 106 Drohnen abgefangen zu haben.
Das Wichtigste
- In der Nacht zum 29. September griff Russland Kiew und die Oblaste Kiew, Odessa, Dnipropetrowsk, Charkiw, Sumy, Donezk, Saporischschja, Schytomyr, Wolyn und Riwne an.
- In Kiew wurden das Depot des Bahnhofs „Kiew-Passaschyrskyj", Daten- und Geschäftszentren sowie Wohnhäuser beschädigt.
- In der Oblast Odessa wurden eine Bildungseinrichtung, ein Wohnheim und zwei ausländische Schiffe getroffen.
- In mehreren Oblasten entstanden Schäden an Energieanlagen, Umspannwerken, zivilen Betrieben und Wohnhäusern.
- Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland eine Marschflugkörper vom Typ Zircon/Onyx, zwei ballistische Raketen Iskander-M/S-400 sowie 152 Angriffsdrohnen ein, davon 82 reaktiv angetrieben.
- Stand 08:00 Uhr habe die ukrainische Luftabwehr alle Raketen und 106 Drohnen neutralisiert.
- Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte den USA und Norwegen für NASAMS samt Raketenpaket sowie Frankreich und Deutschland für Pakete zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr.
Warum es wichtig ist
Der Angriff traf kritische zivile Infrastruktur – einen wichtigen Eisenbahndepot, Rechenzentren, Geschäftszentren, Wohnhäuser, Energieanlagen und ausländische zivile Schiffe. Die Kombination aus ballistischen Raketen, Antischiffsraketen und einer sehr großen Zahl von Angriffs- und Drohnenköderdrohnen zeigt das Ausmaß und die Komplexität des russischen Nachtangriffs. Präsident Selenskyj verknüpfte die Abfangbilanz öffentlich mit aktuellen westlichen Luftabwehrraketenpaketen – NASAMS von den USA und Norwegen sowie Unterstützung aus Frankreich und Deutschland – und unterstrich damit die Rolle alliierter Militärhilfe.
Was geschehen ist
Russland startete in der Nacht zum 29. September 2025 einen großangelegten kombinierten Angriff mit Raketen und Drohnen auf die Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die russischen Streitkräfte in der Nacht eine Reihe ukrainischer Gebiete angegriffen hätten. Betroffen waren Kiew und die Oblast Kiew sowie die Oblaste Odessa, Dnipropetrowsk, Charkiw, Sumy, Donezk, Saporischschja, Schytomyr, Wolyn und Riwne. In Kiew beschädigte der Angriff das Depot des Bahnhofs „Kiew-Passaschyrskyj", Daten- und Geschäftszentren sowie Wohnhäuser; örtliche Behörden vermeldeten zunächst keine Verletzten, später wurde aus dem Holosiijwskij-Be-zirk ein Drohnentreffer auf ein Haus mit einer verletzten Person sowie weitere Schäden an Privathäusern im Solomenskij-Be-zirk gemeldet. In der Oblast Odessa wurden eine Bildungseinrichtung, ein Wohnheim und zwei ausländische Schiffe getroffen. In den angegriffenen Gebieten wurden zudem Energieanlagen, Umspannwerke, zivile Betriebe und Wohnhäuser beschädigt. Nach Angaben der Luftwaffe der Streitkräfte der Ukraine setzte Russland ab 18:00 Uhr am 28. September eine Antischiffsrakete vom Typ Zircon/Onyx, zwei ballistische Raketen Iskander-M/S-400 und 152 Angriffsdrohnen ein, darunter 82 reaktiv angetriebene, sowie Gerbera-Drohnen und Drohnenköder vom Typ Parodia. Stand 08:00 Uhr erklärte die Luftwaffe, eine Zircon/Onyx, zwei Iskander-M/S-400 und 106 Drohnen verschiedener Typen neutralisiert zu haben. Selenskyj dankte den USA und Norwegen für NASAMS samt Raketenpaket sowie Frankreich und Deutschland für ihre jüngsten Luftabwehr-Pakete und erklärte, dass die Beseitigung der Folgen praktisch ununterbrochen andauere.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellenangaben zu Opfern in Kiew gehen auseinander: Die örtlichen Behörden meldeten zunächst, dass bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen niemand verletzt worden sei. Ein späterer Bericht aus dem Holosiijwskij-Be-zirk beschreibt hingegen einen Drohnentreffer auf ein Haus mit einer verletzten Person sowie weitere Schäden an Privathäusern im Solomenskij-Be-zirk bei einem morgendlichen Drohnenangriff auf Kiew.
Hintergrund
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe umfasste das Angriffspaket eine Antischiffsrakete vom Typ Zircon/Onyx, zwei ballistische Raketen Iskander-M/S-400 und 152 Angriffsdrohnen, davon 82 reaktiv angetrieben, sowie Gerbera-Drohnen und Drohnenköder vom Typ Parodia. Russische Luftangriffe auf die Ukraine und insbesondere auf Kiew und die Oblast Kiew hatten sich im Vormonat verstärkt, während die Ukraine laut Berichten unter einem Mangel an Abfangraketen für ihre Luftabwehrsysteme leidet. Die Ukraine hat Berichten zufolge rund 1.000 Raketen für Patriot-Systeme kontrahiert, von denen die meisten erst in den kommenden Jahren geliefert werden sollen.