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KIIS-Umfrage: Mehrheit der Ukrainer lehnt Kriegswahlen und zweite Amtschatel Selenskyjs ab

Eine Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) vom 12. bis 21. September 2026 zeigt, dass 53 Prozent der befragten Ukrainer der Ansicht sind, Präsident Wolodymyr Selenskyj solle sich auf eine Amtszeit beschränken. 71 Prozent sprechen sich gegen die Abhaltung von Wahlen während des Krieges aus. Die Stimmung gegen Selenskyj hat sich seit Dezember 2025 messbar verschärft.

Das Wichtigste

  • 53 % der Befragten finden, Selenskyj solle sich auf eine Amtszeit beschränken – ein Anstieg von 46 % im Dezember 2025.
  • 42 % unterstützen eine erneute Kandidatur Selenskyjs bei der nächsten Präsidentenwahl – ein Rückgang von 45 % im Dezember 2025.
  • 71 % der Ukrainer lehnen Wahlen während des Krieges ab, 24 % fordern sie, 4 % sind unentschieden.
  • Unter denjenigen, die Selenskyj voll vertrauen, unterstützen 85 % seine erneute Kandidatur; unter denjenigen, die ihm überhaupt nicht vertrauen, sind es nur 7 %.
  • 98 % derjenigen mit vollem Vertrauen in Selenskyj sind gegen Kriegswahlen, während 53 % derjenigen, die ihm überhaupt nicht vertrauen, Wahlen jetzt wollen.
  • 44 % der Ukrainer geben als dominierendes Gefühl gegenüber der aktuellen Regierung Enttäuschung an – ein Anstieg von 36 % im Dezember 2025; Scham stieg von 20 % auf 33 %.
  • Befragt wurden 1.002 Personen ab 18 Jahren auf von der ukrainischen Regierung kontrolliertem Gebiet via CATI-Methode; Bewohner nicht kontrollierter Gebiete und seit dem 24. Februar 2022 ausgereiste Bürger wurden ausgeschlossen.

Warum es wichtig ist

Die Umfrage bildet die öffentliche Meinung zu zwei politisch hochsensiblen Fragen ab: ob die Ukraine während des Krieges Wahlen abhalten sollte und ob Selenskyj eine zweite Amtszeit anstreben darf. Die Stimmung hat sich zwischen Dezember 2025 und September 2026 messbar gegen Selenskyj verschoben – der Anteil derjenigen, die eine Amtszeitbeschränkung befürworten, stieg von 46 auf 53 Prozent, während die Unterstützung für seine erneute Kandidatur von 45 auf 42 Prozent sank. Die Ablehnung von Kriegswahlen ist mit dem Vertrauen in Selenskyj verknüpft: Wer ihm voll vertraut, ist zu 98 Prozent gegen Wahlen jetzt, wer ihm überhaupt nicht vertraut, will sie mehrheitlich. Zugleich sind negative Emotionen gegenüber der aktuellen Regierung – Enttäuschung, Scham, Wut, Verachtung und Gleichgültigkeit – gegenüber Dezember 2025 gestiegen. Die Umfrage fällt in eine Phase anhaltenden Drucks aus Washington auf die Ukraine, Wahlen abzuhalten.

Was geschehen ist

Das Kiewer Internationale Institut für Soziologie (KIIS) führte vom 12. bis 21. September 2026 eine landesweite telefonische Umfrage (CATI) durch, basierend auf einer Zufallsstichprobe von Mobiltelefonnummern auf dem von der Ukraine kontrollierten Staatsgebiet. Befragt wurden 1.002 Personen ab 18 Jahren; Bewohner nicht kontrollierter Gebiete und seit dem 24. Februar 2022 ausgereiste ukrainische Bürger waren ausgeschlossen. 53 Prozent der Befragten sagten, er solle sich auf eine Amtszeit beschränken und nicht erneut kandidieren – gegenüber 46 Prozent im Dezember 2025. 42 Prozent unterstützten seine erneute Kandidatur (Dezember 2025: 45 Prozent), 5 Prozent waren unentschieden. Bei der Frage nach Wahlen während des Krieges sprachen sich 71 Prozent dagegen aus, 24 Prozent forderten Wahlen, 4 Prozent waren unentschieden. Aufschlüsselung nach Vertrauen: 85 Prozent derjenigen, die Selenskyj voll vertrauen, unterstützen seine erneute Kandidatur; bei denjenigen, die ihm eher vertrauen, sind es 53 Prozent, bei denjenigen, die ihm eher nicht vertrauen, 20 Prozent, und bei denjenigen, die ihm überhaupt nicht vertrauen, 7 Prozent. Bei den Kriegswahlen sind 98 Prozent der voll Vertrauenden dagegen und nur 2 Prozent dafür; bei denjenigen, die ihm überhaupt nicht vertrauen, wollen 53 Prozent Wahlen jetzt, 41 Prozent sind dagegen. 44 Prozent gaben Enttäuschung als vorherrschendes Gefühl gegenüber der aktuellen Regierung an (Dezember 2025: 36 Prozent), Scham stieg von 20 auf 33 Prozent, Wut von 14 auf 20 Prozent. Die Frage nach der Richtung des Landes beantworteten 45 Prozent mit "falsch" und 40 Prozent mit "richtig" – Februar 2024: 46 Prozent falsch, 44 Prozent richtig.

Wo die Berichte auseinandergehen

Unterschiede zwischen den Quellen betreffen vor allem die Rahmung der Zahlen. Eine ukrainische Schlagzeile (Artikel 50664) stellt die Umfrage so dar, als habe Selenskyj eine Mehrheit für eine zweite Amtszeit – das widerspricht der dominanten Berichterstattung und den zugrundeliegenden Zahlen, die zeigen, dass 53 Prozent der Befragten ihn auf eine Amtszeit beschränken wollen. Eine zweite Abweichung betrifft den Anteil der Unentschieden bei der Frage nach einer Selenskyj-Kandidatur: Artikel 50308 gibt 4 Prozent an, andere Berichte nennen 5 Prozent. Drittens berichten die Artikel 50308 und 50422 teilweise identische Werte (58 Prozent der Selenskyj-Misstrauischen gegen Wahlen, 53 Prozent der voll Misstrauischen für Wahlen), ordnen diese aber unterschiedlich zu.

Hintergrund

In der Ukraine gilt seit dem 24. Februar 2022 das Kriegsrecht; ukrainisches Recht sieht während des Kriegsrechts keine Wahlen vor. Im April 2026 waren sieben Jahre seit Selenskyjs Amtsantritt vergangen, während die maximale Amtszeit fünf Jahre beträgt. Selenskyj hatte im Dezember 2025 erklärt, er sei politisch bereit für Präsidentschaftswahlen, aber die Sicherheit der Wähler müsse gewährleistet sein; im August 2026 sagte er, Wahlen während des Krieges wären ein "Tsunami", der die Ukraine spalten würde. Die USA, einschließlich Präsident Donald Trump, haben das Thema Wahlen in der Ukraine wiederholt angesprochen. Die KIIS-Umfrage war Teil des eigenen "Omnibus"-Formats des Instituts; zusätzliche Fragen zur Richtung des Landes und zur Haltung gegenüber der aktuellen Regierung wurden im Auftrag der NGO "Forum" aufgenommen.