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Russische Besatzung: Wahlurnen per Drohne nach Oleschky geliefert – Bewohner hungern

Die russische Besatzungsverwaltung des Gebiets Cherson behauptet, Stimmzettel für die russischen Dumawahlen per Drohnen in die besetzte Stadt Oleschky geliefert zu haben. Die Bewohner der Stadt befinden sich nach Angaben ukrainischer Stellen in einer humanitären Blockade und hungern, während russische Kräfte Evakuierungen verhindern.

Das Wichtigste

  • Marina Sacharowa, Leiterin der Besatzungswahlkommission des Gebiets Cherson, erklärte gegenüber TASS, Stimmzettel seien per Drohnen nach Oleschky geliefert worden.
  • Sacharowa zufolge arbeitete die Wahlkommission eng mit der russischen Militärgruppierung „Dnepr“ zusammen.
  • Die Besatzungsbehörden lieferten keine Belege dafür, dass in Oleschky tatsächlich Dumawahlen stattgefunden haben.
  • Oleschky wird als humanitär blockiert und am Rand einer humanitären Katastrophe beschrieben; die letzte Lebensmittellieferung erfolgte Ende Mai 2026.
  • Nach der Erklärung des ukrainischen Ombudsmanns Lubinez lieferte die ukrainische Armee zweimal per Drohne Lebensmittel, darunter rund 400 Pakete mit etwa 4 Tonnen Gewicht.
  • Am 20. September erklärte das ukrainische Außenministerium, Russland verursache im besetzten linken Ufer des Gebiets Cherson gezielt eine humanitäre Katastrophe.
  • Die PACE und das Europäische Parlament erklärten die neue Zusammensetzung der russischen Staatsduma wegen der Wahlen auf besetztem Gebiet für illegitim.

Warum es wichtig ist

Der Fall zeigt, wie Russland formale Wahlverfahren in besetzten Gebieten inszenierte, während die Bevölkerung unter Hunger und blockierten Evakuierungen litt. Er verdeutlicht die direkte Zusammenarbeit zwischen der Besatzungswahlkommission und der Militärgruppierung „Dnepr“ im Gebiet Cherson. Zudem unterstreicht er die Kluft zwischen der Inszenierung demokratischer Prozesse und der realen Notlage der Zivilbevölkerung. Internationale Gremien wie die Parlamentarische Versammlung des Europarates und das Europäische Parlament haben die neue Dumazusammensetzung wegen der Wahlen auf besetztem Territorium bereits als illegitim abgelehnt.

Was geschehen ist

Die russische Besatzungswahlkommission des Gebiets Cherson behauptete über die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS, dass Stimmzettel für die russischen Dumawahlen (18.–20. September 2026) per Drohnen in die besetzte Stadt Oleschky geliefert worden seien. Die Aussage stammt von Kommissionsleiterin Marina Sacharowa, die zudem erklärte, die Kommission habe eng mit der russischen Militärgruppierung „Dnepr“ kooperiert. Die Besatzungsbehörden legten keine Beweise vor, dass in Oleschky tatsächlich Wahlen stattgefunden haben. Gleichzeitig befindet sich die Stadt nach Berichten in einer humanitären Blockade; die letzte Lebensmittellieferung datiert auf Ende Mai 2026. Russische Kräfte verhindern Berichten zufolge die Abreise von Bewohnern. Am 16. September hatte der ukrainische Parlamentsbeauftragte für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, erklärt, Russland habe sich seit Langem nicht bereit gezeigt, eine humanitäre Evakuierungsmission durchzuführen. Danach führte die ukrainische Armee zwei Drohnenlieferungen mit Lebensmitteln und Medikamenten durch, darunter rund 400 Pakete im Gesamtgewicht von etwa 4 Tonnen. Am 20. September erklärte das ukrainische Außenministerium, Russland erzeuge im besetzten linken Ufer des Gebiets Cherson gezielt eine humanitäre Katastrophe.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide ukrainischsprachigen Berichte stellen den Kontrast zwischen dem Anspruch der Besatzungsverwaltung, Wahlen per Drohnenlieferung abgehalten zu haben, und der anhaltenden humanitären Katastrophe in Oleschky in den Mittelpunkt – einschließlich Hunger und blockierter Evakuierungen. Die Berichterstattung hebt hervor, dass die Besatzungsverwaltung keine Belege für tatsächlich stattgefundene Wahlen vorgelegt hat, und rahmt die Lieferung von Stimmzetteln als Teil russischer Inszenierung statt als echte demokratische Handlung.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die beiden ukrainischsprachigen Quellen nennen unterschiedliche Schätzungen für die verbliebene Bevölkerung von Oleschky und Umgebung: Hromadske spricht von mehr als 6.000 Personen, darunter etwa 200 Kinder, während Babel rund 2.000 Personen, darunter 50 Kinder, angibt.

Hintergrund

Vor der Vollinvasion hatte Oleschky etwa 24.000 Einwohner. Die Stadt liegt in einer Grauzone nahe der Frontlinie, russische Kräfte verhindern Berichten zufolge ein Verlassen der Stadt. Am 16. September erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez, Russland habe sich seit Langem nicht zur Durchführung einer humanitären Evakuierungsmission bereit gezeigt. Danach lieferte die ukrainische Armee zweimal per Drohne Lebensmittel, darunter fast 400 Pakete mit insgesamt etwa 4 Tonnen. Die russischen Dumawahlen fanden am 18.–20. September 2026 statt.