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Trump kündigt Dieselabkommen mit Putin an und löst scharfe Kritik aus

US-Präsident Donald Trump verkündete am 9. Oktober eine Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über Lieferungen von russischem Diesel an den US- und Weltmarkt. Das US-Finanzministerium erließ daraufhin die General License Nr. 135, die den Kauf russischen Diesels bis zum 7. April 2027 erlaubt. Ein am 11. Oktober angekündigtes „Energie-Waffenstillstandsabkommen“ umfasste lediglich einen Stopp der Angriffe auf Ölraffinerien. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni nannte den Deal am 14. Oktober eine „sehr riskante Entscheidung“; eine überparteiliche Gruppe von 12 US-Senatoren forderte die Stornierung. Russland setzte seine Angriffe auf die Ukraine fort, darunter einen Großangriff auf Energieinfrastruktur in der Nacht zum 14. Oktober.

Das Wichtigste

  • Trump kündigte am 9. Oktober einen Deal mit Putin über mehr als 300.000 Tonnen Diesel an, gefolgt von 500.000 Tonnen im November und weiteren Liefermengen.
  • Das US-Finanzministerium erließ die General License Nr. 135, die amerikanischen Unternehmen den Kauf und Import von russischem Diesel bis zum 7. April 2027 erlaubt.
  • Ein von Trump am 11. Oktober angekündigtes „Energie-Waffenstillstandsabkommen“ bezog sich nur auf die Aussetzung von Angriffen auf Ölraffinerien.
  • Italiens Premierministerin Giorgia Meloni bezeichnete den Deal am 14. Oktober als „sehr riskant“ und verwies darauf, dass er Moskau neue Einnahmen zur Kriegsfinanzierung beschere und den Sanktionsdruck schwäche.
  • Eine überparteiliche Gruppe von 12 US-Senatoren forderte Trump schriftlich zur Stornierung des Abkommens auf; eine separate Gruppe von 7 Senatoren erklärte, der Schritt widerspreche dem US-Gesetz zum Verbot russischer Energieimporte aus dem Jahr 2022.
  • In der Nacht zum 14. Oktober griff Russland die Ukraine mit 39 ballistischen Raketen und 128 Drohnen an, schwerpunktmäßig gegen Kiew, die Oblast Kiew und Charkiw.

Warum es wichtig ist

Der Deal lockert US-Sanktionen gegen russischen Diesel und folgt einer Phase sinkender russischer Energieeinnahmen. Er verbindet wirtschaftliche, innenpolitische und kriegspolitische Dimensionen: Trump stellte ihn als Antwort auf steigende US-Kraftstoffpreise vor den Midterm-Wahlen am 3. November vor. Gleichzeitig übt die US-Regierung Druck auf Kyjiw aus, die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur einzustellen, und es gibt Berichte, wonach Washington mit der Aussetzung von Geheimdienstinformationen und Waffenlieferungen droht. Verbündete in Europa sowie überparteiliche US-Senatoren kritisieren den Schritt als Signal an Moskau und als Schwächung der bisherigen westlichen Sanktions- und Kriegsfinanzierungslogik.

Was geschehen ist

Am 9. Oktober 2026 gab US-Präsident Donald Trump eine telefonisch mit Kreml-Chef Wladimir Putin getroffene Vereinbarung über Lieferungen von mehr als 300.000 Tonnen russischem Diesel an den US- und Weltmarkt bekannt, mit einer vorgesehenen Steigerung auf 500.000 Tonnen im November und auf insgesamt eine Million Tonnen über kurze Zeit. Das US-Finanzministerium erließ daraufhin die General License Nr. 135, die amerikanischen Unternehmen den Verkauf, die Lieferung, das Abladen und den Import von russischem Diesel bis zum 7. April 2027 gestattet. Am 11. Oktober verkündete Trump ein „Energie-Waffenstillstandsabkommen“, das lediglich die Aussetzung von Angriffen auf Ölraffinerien in beiden Ländern umfasste und damit asymmetrisch ausfiel, da die einzige größere ukrainische Raffinerie bereits seit 2022 außer Betrieb ist.

Russland setzte seine Angriffe auf die Ukraine nach der Ankündigung fort und unterstrich die Absicht, die Energie- und Wasserinfrastruktur des Landes vor dem Winter weiter zu beschädigen. Unmittelbar nach dem Deal bestätigte der Kreml, Putin sei derzeit nicht zu Verhandlungen mit der Ukraine bereit und verwies auf Verärgerung über Angriffe während der Dumawahlen. In der Nacht zum 14. Oktober feuerte Russland 39 ballistische Raketen und 128 Drohnen auf Ziele in Kiew, der Oblast Kiew und Charkiw ab.

Parallel kritisierte Italiens Premierministerin Giorgia Meloni das Abkommen am 14. Oktober vor dem italienischen Parlament als „sehr riskant“. In den USA forderte eine überparteiliche Gruppe von 12 Senatoren Trump schriftlich zur Stornierung auf; sieben weitere Senatoren verwiesen auf das US-Gesetz von 2022, das russische Energieimporte verbietet.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Internationale Quellen, darunter Al Jazeera Arabic auf Basis chinesischer Presseberichte sowie chinesische Experten, rahmen den Deal als Widerspruch der US-Politik im Angesicht des von Washington mitgeführten Krieges gegen Iran. Sie präsentieren Berichte europäischer Offizieller, wonach die USA mit der Aussetzung von Geheimdienstdaten und Waffenlieferungen an die Ukraine gedroht hätten, und zitieren chinesische Analysten, die das Abkommen als Notfallmanöver vor den Midterm-Wahlen am 3. November einordnen – als möglicherweise vorläufige, nach der Wahl überprüfbare Vereinbarung. Sie weisen zudem darauf hin, dass sekundäre Sanktionen gegen andere Käufer russischer Energie weiterhin Bestand haben könnten.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen unterscheiden sich in mehreren Punkten: Europäische Offizielle, von der chinesischen Presse zitiert, berichten, Washington habe mit der Aussetzung von Geheimdienstkooperation und Waffenlieferungen gedroht, während Trump öffentlich erklärte, die USA teilten weiterhin Geheimdienstinformationen mit der Ukraine. Trump ordnete den globalen Dieselmangel als Folge ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien ein, während mehrere Experten, Meloni, EU-Kommissar Dombrovskis und russische Offizielle selbst ihn vor allem auf den Krieg gegen Iran zurückführen. Beim Umfang der versprochenen Preissenkungen steht Trumps Versprechen eines raschen Preisrückgangs den Einschätzungen von Ökonomen, Analysten, Dombrovskis und dem Institute for the Study of War gegenüber, die die Volumina als nicht marktwirksam bewerten. Beim Enddatum der Treasury-Lizenz nennen die Quellen teils eine halbjährige Geltung bis zum 7. April mit anschließender Rückkehr der Sanktionen, teils den festen Endpunkt 7. April 2027.

Hintergrund

Trump und Putin hatten sich zuvor am 15. August 2025 in Anchorage, Alaska, getroffen. Am 18. September 2026 unterzeichnete Trump den Graham Act, der Sekundärzölle von bis zu 100 Prozent auf Länder erlaubt, die russische Energie importieren. Ukrainische Angriffe auf russische Ölinfrastruktur hatten Russland – einen der weltweit größten Dieselexporteure – zur Aussetzung von Diesellieferungen gezwungen; die russischen Öl- und Gaseinnahmen in den ersten drei Quartalen 2026 sanken im Jahresvergleich um 17 Prozent. Weltweit waren die Ölpreise zuvor auf etwa 60 Dollar pro Barrel gefallen und nach Beginn des US-israelischen Krieges gegen Iran auf über 100 Dollar gestiegen. Die Midterm-Wahlen in den USA sind für den 3. November 2026 angesetzt.