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Russland beschießt Zaporizhstal zum fünften Mal – sechs ballistische Raketen auf ukrainisches Stahlwerk

Russische Streitkräfte haben das ukrainische Metallurgiekombinat Zaporizhstal am Morgen des 17. Oktober 2026 zum fünften Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Sechs Raketen trafen das Werk; insgesamt 23 Raketen wurden in der Serie auf die Anlage abgefeuert. Dank der Schutzmaßnahmen gab es diesmal keine Verletzten – doch Energie-, Logistik- und Hochofen-Infrastruktur wurden erneut beschädigt.

Das Wichtigste

  • 17. Oktober 2026: Sechs ballistische Raketen auf Zaporizhstal – fünfter russischer Angriff in der Serie.
  • Insgesamt 23 ballistische Raketen auf das Werk bei fünf Angriffen seit dem 11. August.
  • Beim jüngsten Angriff keine Verletzten, weil Beschäftigte Schutzräume rechtzeitig erreichten.
  • In der gesamten Angriffsserie acht Tote und 31 Verletzte unter den Beschäftigten.
  • Beschädigt wurden Energie- und Logistikanlagen sowie erneut Hochofenanlagen.
  • Nach dem ersten Angriff am 11. August wurde die Produktion vollständig gestoppt und bisher nicht wieder hochgefahren.
  • Metinvest kündigte für Zaporizhstal und Kametstal Force Majeure unter Einzelverträgen an.

Warum es wichtig ist

Die Angriffsserie auf ein einzelnes Großwerk zeigt ein gezieltes, wiederholtes Vorgehen gegen ukrainische Metallurgiekapazitäten. Über zwei Monate nach dem ersten Treffer läuft die Produktion weit unter Normalniveau, drei Unternehmen, die rund 90 % der ukrainischen Stahlproduktion ausmachen, stellten nach Angriffen auf Hochöfen Anfang September den Betrieb ein. Metinvest bereitet Force-Majeure-Erklärungen vor, und Forbes Ukraine beziffert die Folgen für die ukrainische Wirtschaft im schlimmsten Fall auf 6,5 bis 7 % des BIP.

Was geschehen ist

Am Morgen des 17. Oktober 2026 schlugen sechs ballistische Raketen auf dem Metallurgiekombinat Zaporizhstal ein – der fünfte russische Angriff auf das Werk nach Schlägen am 11. August, 27. August, 12. September und 17. September. Insgesamt 23 ballistische Raketen trafen die Anlage in dieser Serie. Beschäftigte erreichten rechtzeitig Schutzräume; nach Angaben der Quellen gab es bei diesem Angriff keine Opfer. Beschädigt wurden erneut Energie- und Logistikinfrastruktur sowie Hochofenanlagen – letztere bereits zum wiederholten Mal. Nach dem ersten Treffer am 11. August hatte das Werk seinen gesamten Produktionskomplex stillgelegt; einige Prozesse wurden bisher nur auf Mindestniveau teilweise wiederhergestellt, um die Anlagen zu sichern und technologische Risiken zu vermeiden. In der gesamten Serie wurden laut den Berichten acht Beschäftigte getötet und 31 Metallurgen unterschiedlich schwer verletzt.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle drei ukrainischen Quellen – Suspilne Novyny, Forbes Ukraine und NV – rahmen den Angriff als vorsätzliche, wiederholte russische Aggression gegen ein ziviles Industrieobjekt. Sie stellen die Bilanz der Serie in den Vordergrund (fünf Angriffe, 23 Raketen, acht Tote, 31 Verletzte) und betonen parallel die Schutzmaßnahmen des Werks (ausgebautes Schutzraum-Netz, mobile verstärkte Schutzbauten). Eingebettet wird der Vorfall in den breiteren Niedergang der ukrainischen Metallurgie: den Sturz der Stahlproduktion im August auf 277.000 Tonnen (2,3-mal weniger als im Vorjahr), den Stillstand dreier Werke mit etwa 90 % der ukrainischen Stahlproduktion und die Prognose eines BIP-Verlusts von 6,5–7 % im schlimmsten Szenario.

Hintergrund

Zaporizhstal ist eines der größten Hüttenwerke der Ukraine und Teil der Metinvest-Gruppe; SCM hält 71,24 %, Smart Steel Limited 23,76 %. Die Auslegungskapazität liegt bei rund 4 Mio. Tonnen Roheisen, 3,6 Mio. Tonnen Warmwalz- und 1,2 Mio. Tonnen Kaltwalzprodukten pro Jahr. Für das erste Halbjahr 2026 wies das Werk einen Nettoverlust von über 1 Mrd. UAH aus, nach einem Gewinn von 1,37 Mrd. UAH im ersten Halbjahr 2025. Nach früheren Angriffen erweiterte das Werk sein Netz an Schutzbauwerken und installierte mobile verstärkte Schutzräume in Bereichen, in denen beschädigte Anlagen repariert werden. Die ukrainische Stahlproduktion lag im August bei 277.000 Tonnen – 2,3-mal weniger als ein Jahr zuvor. Drei Unternehmen, die zusammen etwa 90 % des ukrainischen Stahls produzieren, hatten nach den Hochofentreffern Anfang September die Produktion eingestellt. Aufgrund der Stillstände bei Zaporizhstal und Kametstal will Metinvest unter Einzelverträgen Force Majeure erklären.