Macron wirbt in UN-Rede für mehr Abwehrraketen für die Ukraine und „doppelten Moratorium“
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am 22. September bei der Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung in New York mehr Abwehrraketen für die Ukraine vor dem Winter sowie ein „doppeltes Moratorium“ gegen Angriffe auf Energie- und zivile Infrastruktur und gegen Feindseligkeiten im Schwarzen Meer gefordert. Er kündigte zudem eine Stärkung der ukrainischen Luftabwehr durch Lieferung von Radaren und Abwehrraketen an und sprach sich für eine Reform des UN-Sicherheitsrats aus.
Das Wichtigste
- Macron sprach am 22. September bei der Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung in New York.
- Er forderte vor dem Winter mehr Abwehrraketen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der Energieinfrastruktur der Ukraine.
- Er schlug ein „doppeltes Moratorium“ vor – gegen Angriffe auf Energie- und zivile Infrastruktur und gegen Feindseligkeiten im Schwarzen Meer, um Getreideexporte wiederaufzunehmen.
- Macron erklärte, Russland führe seit fast fünf Jahren einen brutalen Krieg gegen die ukrainische Zivilbevölkerung.
- Frankreich werde die ukrainische Luftabwehr durch Lieferung von Radaren und Abwehrraketen stärken.
- Macron sprach sich für eine Reform des UN-Sicherheitsrats aus, einschließlich einer Erweiterung um neue Staaten und Regionen, vor allem aus Afrika.
- Am Rande der UNGA traf Macron den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den US-Präsidenten Donald Trump; dabei ging es um das Moratorium und Winterhilfen.
Warum es wichtig ist
Macron verknüpfte die Forderung nach Luftverteidigung unmittelbar mit dem bevorstehenden Winter, in dem Russland bereits in früheren Saisons die ukrainische Energieinfrastruktur angegriffen hat. Mit dem Vorschlag eines „doppelten Moratoriums“ rückte er Energie- und Getreidekorridore sowie globale Ernährungssicherheit ins Zentrum möglicher Verhandlungen. Die Rede signalisiert, dass Frankreich seine Führungsrolle bei der Unterstützung der Ukraine innerhalb der „Coalition of the Willing“ und bei einer Reform der UN-Institutionen weiter ausbauen will.
Was geschehen ist
Präsident Emmanuel Macron sprach am 22. September bei der Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung in New York. Er erklärte, Russland führe seit fast fünf Jahren einen brutalen Krieg gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und besetze das Territorium eines souveränen Staates. Frankreich werde sich weiterhin für die legitimen Bestrebungen der Ukrainer nach Frieden, Sicherheit und einer Zukunft einsetzen und alle Anstrengungen unternehmen, damit substanzielle Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland so bald wie möglich beginnen. Mit Blick auf den nahenden Winter forderte Macron mehr Abwehrraketen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der Energieinfrastruktur und kündigte an, Frankreich werde die ukrainische Luftabwehr mit Radaren und Abwehrraketen verstärken. Er warb für ein „doppeltes Moratorium“ – gegen Angriffe auf Energie- und zivile Infrastruktur sowie gegen Feindseligkeiten im Schwarzen Meer –, um die Getreideexporte wiederaufzunehmen und Ernährungssicherheit für Transformations- und Entwicklungsländer zu gewährleisten. Macron sprach von einer „neuen Ära der Barbarei“ und erklärte, es könne keinen Frieden ohne Gerechtigkeit geben. Er unterstützte die französisch-mexikanische Initiative zur Begrenzung des Vetorechts bei Massenverbrechen, der bereits 128 Staaten beigetreten sind, und forderte eine Reform des UN-Sicherheitsrats, einschließlich einer Erweiterung um neue Staaten und Regionen, vor allem aus Afrika. Am Rande der UN-Generalversammlung traf Macron den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, mit dem er über Sicherheit und ein Winter-Unterstützungspaket sprach, sowie US-Präsident Donald Trump, bei dem es unter anderem um das vorgeschlagene Moratorium und schnellere Lieferungen von Abwehrraketen ging.
Wo die Berichte auseinandergehen
Ein Artikel datiert Macrons Winter-Warnung auf den kommenden Winter 2026/2027, während die übrigen Artikel lediglich vom bevorstehenden Winter im Allgemeinen sprechen. Ein Artikel nennt als unterstützten Mechanismus den Internationalen Strafgerichtshof (ICC), während mehrere andere den Internationalen Gerichtshof (IGH) anführen.
Hintergrund
Die Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung fand Ende September 2025 in New York statt. Frankreich hat bereits zuvor Luftverteidigungsausrüstung an die Ukraine geliefert und tritt gemeinsam mit Großbritannien als führender Befürworter der „Coalition of the Willing“ auf. Das Treffen zwischen Macron und Selenskyj am 22. September folgte auf ein separates Gespräch Macrons mit US-Präsident Donald Trump, bei dem es ebenfalls um das vorgeschlagene Moratorium und um Abwehrraketen ging.