Russischer Drohnenangriff auf Kiew beschädigt Datencenter – Zehntausende ohne Internet
Am 23. September 2026 hat Russland einen großangelegten Drohnenangriff auf Kiew geflogen, der mehrere Datencenter und zivile Infrastruktur traf. Dabei starben mindestens zwei Menschen, über 40 wurden verletzt, und rund 100.000 Internetnutzer waren zeitweise ohne Verbindung. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte angesichts der Angriffe schärfere Sanktionen und zusätzliche Abfangraketen.
Das Wichtigste
- 23. September 2026: Russland startet großangelegten Drohnenangriff auf Kiew, bei dem mindestens zwei Menschen getötet und über 40 verletzt werden.
- Datencenter in Kiew, darunter Einrichtungen mit UTELS- und Pavутyna-Technik sowie der Parkovy-Kongresskomplex, werden beschädigt.
- Nach Angaben des ukrainischen Ministeriums für digitale Transformation sind rund 100.000 Internetnutzer in Kiew und Umgebung betroffen.
- Der Angriff erfolgt am Tag der 81. UN-Generalversammlung und wenige Stunden nach Gesprächen zwischen Selenskyj und Trump in New York.
- Außenminister Andrij Sybiha bezeichnet die Datencenter als zivile Infrastruktur und fordert stärkere Sanktionen sowie weitere Abfangraketen zur Luftverteidigung.
- In der Nacht zum 23. September setzt Russland 161 Drohnen ein, davon 82 vom Typ Shahed; die ukrainische Luftabwehr gibt an, 122 Ziele zerstört oder unterdrückt zu haben.
- Am Abend des 23. September stimmt die Ukraine einer sofortigen und vollständigen Waffenruhe zu; 51 UN-Mitgliedstaaten fordern Russland auf, dies ebenfalls zu tun.
Warum es wichtig ist
Die Angriffe trafen zivile digitale Infrastruktur, die für den Alltag in Kiew und darüber hinaus von zentraler Bedeutung ist, und unterbrachen die Internetverbindung für rund 100.000 Nutzer. Einige der betroffenen Datencenter sollen Datenverkehr für Luft- und Raketenalarme verarbeiten, was die zivile Gefährdung erhöht. Der Angriff erfolgte am Tag der UN-Generalversammlung und kurz nach Gesprächen zwischen Selenskyj und Trump über Deeskalation, was den diplomatischen Kontext verschärft. Der ukrainische Außenminister nutzte die Angriffe, um von den Partnern schärfere Sanktionen und zusätzliche Abfangraketen zu fordern.
Was geschehen ist
Am 23. September 2026 startete Russland einen großangelegten Drohnenangriff auf Kiew. In der Nacht waren nach ukrainischen Angaben 161 Drohnen im Einsatz, davon 82 vom Typ Shahed; 122 davon sollen zerstört oder unterdrückt worden sein. Tagsüber schlugen Drohnen unter anderem in 18 Punkten in Kiew ein. Mehrere Datencenter wurden beschädigt, darunter Einrichtungen mit UTELS-Knotenpunkten, ein Pavутyna-Datencenter sowie der Parkovy-Kongress- und Ausstellungszentrum, das einen großen Datencenter beherbergt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe die Datencenter NewTelco und United DC angeblich wegen deren angeblicher Nutzung durch ukrainische Militär- und Geheimdienststellen gezielt angegriffen – eine Darstellung, die ukrainische Stellen zurückweisen. Nach Angaben des ukrainischen Ministeriums für digitale Transformation waren rund 100.000 Internetnutzer in Kiew und Umgebung betroffen. Bei dem Angriff wurden mindestens zwei Menschen getötet und über 40 verletzt. Unter den beschädigten Gebäuden befanden sich auch Anlagen der Ukrzaliznytsia, Lager, ein Geschäftszentrum, zwei Tankstellen, ein Markt nahe dem Bahnhof sowie das Darnitsa-Pharmaunternehmen. In einem Fall wurde zunächst ein Hochschulgebäude im Solomjanski-Viertel gemeldet, laut Hromadske handelte es sich jedoch um ein Gebäude des Industrieinstituts Dniprozvyazok. Am Abend des 23. September stimmte die Ukraine einer sofortigen und vollständigen Waffenruhe zu; 51 UN-Mitgliedstaaten forderten Russland auf, dies ebenfalls zu tun.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen stellen die zivilen Auswirkungen in den Mittelpunkt: Tote, Verletzte, Brände sowie Störungen der Kommunikation und der Luftschutzwarnungen. Besonders hervorgehoben wird das diplomatische Timing – die Angriffe erfolgten während der friedensbezogenen Sitzung der UN-Generalversammlung und nur wenige Stunden nach den Gesprächen zwischen Selenskyj und Trump in New York, was als bewusste Untergrabung der Friedensbemühungen interpretiert wird. Ukrainische Amtsträger, vor allem Außenminister Sybiha, bezeichnen die Datencenter als zivile Infrastruktur und nutzen die Angriffe, um zu stärkeren Sanktionen und zusätzlichen Abfangraketen aufzurufen. Auch öffentliche Reaktionen werden aufgegriffen, etwa der emotionale Aufruf eines in der ukrainischen Armee dienenden Tennisspielers zu Vergeltungsschlägen auf Russland.
Wo die Berichte auseinandergehen
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Datencenter NewTelco und United DC gezielt angegriffen zu haben, weil diese angeblich Datenverkehr ukrainischer Militär- und Geheimdienste verarbeiteten. Die ukrainische Seite, einschließlich Außenminister Sybiha, beschreibt die Datencenter dagegen als zivile Infrastruktur ohne militärische Funktion. In einem weiteren Punkt widersprechen sich die Quellen bei der Identifizierung eines beschädigten Gebäudes im Solomjanski-Viertel: Erstmeldungen sprachen von einer Universität, Hromadske korrigierte dies später zu einem Gebäude des Industrieinstituts Dniprozvyazok, wobei die Kantine in Brand geriet und benachbarte Gebäude beschädigt wurden.
Hintergrund
In der Nacht zum 23. September setzte Russland 161 Drohnen ein, davon 82 vom Typ Shahed mit Düsenantrieb; die ukrainische Luftabwehr erklärte, 122 davon zerstört oder unterdrückt zu haben, wobei Einschläge an 18 Standorten verzeichnet wurden. Am Abend desselben Tages stimmte die Ukraine einer sofortigen und vollständigen Waffenruhe zu, während 51 UN-Mitgliedstaaten Russland aufforderten, dies ebenfalls zu tun. Ein in der ukrainischen Armee dienender Tennisspieler veröffentlichte Aufnahmen des Beschusses in sozialen Medien und rief zu Vergeltungsschlägen gegen Moskau und Russland auf, was die öffentliche Stimmung im Land widerspiegelt.