Khmara bittet EU-Staaten um Patriot-Raketen und Finanzierung von Drohnen-Abfangjägern
Der ukrainische Verteidigungsminister Jevhenij Chmara hat am 28. September auf dem Treffen des EU-Rates für Auswärtige Angelegenheiten die Mitgliedstaaten gebeten, einen Teil ihrer Patriot-Raketen aus eigenen Beständen an die Ukraine abzugeben. Im Gegenzug soll die Ukraine später Raketen aus bestehenden Verträgen liefern. Chmara warb zudem um europäische Finanzierung der Produktion ukrainischer Abfangdrohnen gegen reaktive Shahed-Typen und forderte Luft-Luft-Raketen, MANPADS sowie Munition für F-16-Kampfjets.
Das Wichtigste
- Jevhenij Chmara sprach am 28. September auf dem EU-Rat für Auswärtige Angelegenheiten auf Ebene der Verteidigungsminister.
- Er bat um Abgabe eines Teils der Patriot-Bestände der EU-Staaten, ersetzt durch spätere Lieferungen aus bestehenden Verträgen.
- Er forderte europäische Finanzierung der Produktion von Abfangsystemen gegen reaktive Drohnen vom Typ Schahed.
- Chmara unterstrich die Bedeutung der Lieferung von Luft-Luft-Raketen, tragbaren Flugabwehrsystemen (MANPADS) und Munition für F-16.
- Ukrainische Streitkräfte schießen reaktive Schaheds bereits ab, auch mit Abfangraketen.
- Rund ein Drittel des zusätzlichen Verteidigungsbedarfs der Ukraine von 27 Mrd. US-Dollar sind Vorauszahlungen für Drohnenlieferungen Anfang 2027.
- Chmara forderte, EU-Mittel vom Kredit 2027 auf 2026 vorzuziehen und verbleibende SAFE-Mittel für ukrainische Beschaffung zu nutzen.
Warum es wichtig ist
Die Bitten verdeutlichen eine deutliche Ausweitung der europäischen Militärhilfe, die Kiew anstrebt: sowohl bei sofort gelieferter Hardware (Patriot-Raketen, Luft-Luft-Raketen, MANPADS, F-16-Munition) als auch bei der Finanzierung heimischer Abfangdrohnen-Produktion. Chmara verknüpfte den Zeitplan – Mittel noch im Herbst – mit der angekündigten russischen Mobilmachung und unterstrich damit die Dringlichkeit vor einer erwarteten Eskalation.
Was geschehen ist
Verteidigungsminister Jevhenij Chmara wandte sich am 28. September an die EU-Mitgliedstaaten beim Rat für Auswärtige Angelegenheiten auf Ebene der Verteidigungsminister. Er forderte die Abgabe eines Teils der Patriot-Bestände, ersetzt durch Raketen, die die Ukraine später aus bestehenden Verträgen erhält. Er warb um europäische Finanzierung der ukrainischen Produktion von Abfangsystemen gegen reaktive Drohnen vom Typ Schahed und hob die Bedeutung der Lieferung von Luft-Luft-Raketen, MANPADS sowie Munition für F-16 hervor. Laut seinen Aussagen schießen ukrainische Streitkräfte diese Drohnen bereits ab, auch mit Abfangraketen. Er rief dazu auf, EU-Mittel aus dem für 2027 geplanten Kredit auf 2026 vorzuziehen, verbleibende SAFE-Mittel für ukrainische Beschaffung zu verwenden und zusätzliche Mittel im Rahmen bilateraler Hilfe bereitzustellen. Laut Chmara entfallen rund ein Drittel des zusätzlichen Verteidigungsbedarfs der Ukraine von 27 Mrd. US-Dollar auf Vorauszahlungen für Drohnenlieferungen Anfang 2027. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas unterstützte den Vorschlag zum Patriot-Transfer. Präsident Selenskyj hatte am 24. September angekündigt, dass die Ukraine eine neue Charge Patriot-Raketen erhalten werde.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle sechs herangezogenen Artikel stammen aus ukrainischen Medien und basieren auf dem offiziellen Pressedienst-Readout des Verteidigungsministeriums zu Chmaras Rede. Sie betonen sowohl die unmittelbaren Hardware-Forderungen – Patriot-Transfer, Luft-Luft-Raketen, MANPADS, F-16-Munition – als auch den Finanzierungsappell für die ukrainische Abfangdrohnen-Produktion. Sie ordnen den Appell in den Kontext laufender heimischer Drohnen-Entwicklung ein (Alexa Spatium, Zorelit v5, 67 beteiligte Unternehmen) sowie in den ukrainischen Eigenbeitrag von 7 Mrd. US-Dollar zur Finanzierung der Soldzahlungen.
Hintergrund
Chmara hatte Ende August berichtet, die Ukraine verfüge über vier potenzielle Abfangsysteme gegen reaktive Drohnen, die Feldtests bestanden hätten, aber auf Stückzahlen im Tausenderbereich hochskaliert werden müssten. Präsident Selenskyj kündigte am 24. September eine neue Charge Patriot-Raketen für die Ukraine an. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte ebenfalls vorgeschlagen, Patriot-Raketen im Austausch gegen spätere Lieferungen an die Ukraine zu übergeben. Die ukrainische Industrie entwickelt bereits eigene Abfangdrohnen, darunter Alexa Spatium (seit August im Einsatz) und der neu vorgestellte Zorelit v5. Etwa ein Drittel des zusätzlichen Verteidigungsbedarfs der Ukraine von 27 Mrd. US-Dollar entfällt auf Vorauszahlungen für Drohnenlieferungen Anfang 2027. Die Ukraine plant, 7 Mrd. US-Dollar an Soldzahlungen aus eigenen Mitteln durch allgemeine Sparmaßnahmen und Budgetumverteilungen zu decken.