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Trump-Administration und Russland verhandeln über Milliardendeal mit Lukoil-Auslandsvermögen

Die US-Regierung unter Trump und Russland führen seit Monaten Verhandlungen über einen milliardenschweren Deal, der die weltweiten Ölaktiva des russischen Konzerns Lukoil betrifft – darunter Ölfelder in Kamerun, Raffinerien in Europa und Tankstellen in New Jersey. Der Verkauf ist mit den laufenden Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs verknüpft; Putin hatte das Thema bei einem Treffen mit Steve Witkoff und Jared Kushner im Kreml am 5. September angesprochen.

Das Wichtigste

  • Der Deal umfasst Lukoils globale Ölfelder, Raffinerien und Tankstellennetze und erfordert die Zustimmung der US-Regierung und des Kremls.
  • Die Führungsgruppe beim Kauf umfasst den US-Investor Todd Boehly, zwei Geschäftsgruppen aus dem Nahen Osten, einen Investitionsfonds aus Abu Dhabi sowie die US-Behörde DFC.
  • Putin brachte den Deal am 5. September 2025 bei einem Treffen mit Witkoff und Kushner im Kreml zur Sprache; die US-Seite signalisierte Bereitschaft, ihn als Mittel zur Wiederannäherung und zur Senkung der Energiepreise zu nutzen.
  • Witkoff ist Mitgründer von Trumps Kryptounternehmen World Liberty Financial; einer der Investoren im Lukoil-Deal ist zugleich Mitinhaber von World Liberty.
  • Im Oktober 2025 verhängte die Trump-Regierung erstmals in seiner zweiten Amtszeit neue Sanktionen gegen Russland, darunter gegen Rosneft und Lukoil.
  • Ein früherer Verkaufsversuch an Gunvor scheiterte, weil das US-Finanzministerium die Genehmigung verweigerte; im Januar 2026 unterzeichnete Lukoil einen Deal mit Carlyle, der noch auf OFAC-Genehmigung wartet.
  • Die Frist für den Verkauf der Lukoil-Vermögenswerte wurde von der US-Regierung wiederholt verlängert, zuletzt bis zum 29. Oktober 2026.

Was geschehen ist

Die Trump-Regierung und Russland verhandeln über einen milliardenschweren Deal zum Verkauf der globalen Vermögenswerte des russischen Energiekonzerns Lukoil. Das Paket umfasst Ölfelder, Raffinerien und Tankstellennetze in mehreren Ländern, darunter Kamerun, europäische Staaten und den US-Bundesstaat New Jersey. Eine US-Genehmigung würde die bestehenden US-Sanktionen gegen diese Vermögenswerte aufheben und ihren Wert für Käufer unmittelbar steigern.

Eine Führungsgruppe um den amerikanischen Investor Todd Boehly, der zuvor zwei Millionen Dollar an Trumps politische Projekte gespendet hatte, führt die Verhandlungen. Zu den weiteren Beteiligten zählen zwei Geschäftsgruppen aus dem Nahen Osten mit Verbindungen zu Jared Kushner oder zur Familie von Steve Witkoff, ein von Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan kontrollierter Investitionsfonds aus Abu Dhabi sowie die US-Behörde DFC (International Development Finance Corporation). Acht mit den Verhandlungen vertraute Personen schilderten den Vorgang.

Wladimir Putin hatte den Deal am 5. September 2025 bei einem Treffen mit Witkoff und Kushner im Kreml angesprochen. Nach Darstellung von drei mit dem Treffen vertrauten Personen schlug er ihn als Mittel vor, um Russen zu zeigen, dass Geschäfte mit den USA möglich seien; die US-Seite sagte zu, den Vorschlag zu prüfen, und sah darin eine Möglichkeit zur Wiederannäherung an den Kreml und zur Senkung der globalen Energiepreise. Witkoff und Kushner verhandelten laut einem hochrangigen US-Regierungsvertreter direkt über die finanziellen Bedingungen der DFC-Beteiligung. Der Sprecher von Witkoff erklärte, sein Chef habe keinen Interessenkonflikt und kein finanzielles Interesse an dem Geschäft.

Der Deal ist eng mit den laufenden Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs verknüpft. Witkoff und Kushner haben Russland mehrfach besucht und argumentiert, die Aussicht auf wirtschaftliche Beziehungen zum Westen könne Putin zu Kompromissen gegenüber der Ukraine bewegen. Die Trump-Regierung hat in den vergangenen Monaten zudem durchblicken lassen, dass sie bereit ist, Geschäfte mit Russland noch vor einem Kriegsende abzuschließen, um den Willen zur Neugestaltung der US-russischen Beziehungen zu unterstreichen. Offiziell ist Lukoil ein privates Unternehmen; in Moskau gilt die Entscheidung über den Deal jedoch als von Putin abhängig.

Hintergrund

Im Oktober 2025 verhängten die USA unter Trump erstmals in seiner zweiten Amtszeit neue Sanktionen gegen Russland, die sich gegen die beiden größten Ölkonzerne Rosneft und Lukoil richteten. Daraufhin kündigte Lukoil den Verkauf seiner Auslandsvermögen an; ein bereits ausgehandelter Verkauf an den Rohstoffhändler Gunvor scheiterte, weil das US-Finanzministerium die Genehmigung verweigerte. Ende Januar 2026 unterzeichnete Lukoil einen Vertrag mit dem US-Investitionsunternehmen Carlyle über den Verkauf des internationalen Tankstellengeschäfts (LIG), der noch auf eine OFAC-Genehmigung wartet.

Die US-Regierung hat die Frist für den Verkauf der Lukoil-Vermögenswerte wiederholt verlängert, zuletzt bis zum 29. Oktober 2026 für die ausländischen Tankstellennetze und bulgarischen Vermögenswerte. Im September wurde bekannt, dass Todd Boehly – der 2022 gemeinsam mit anderen den Fußballklub Chelsea von Roman Abramowitsch erworben hatte – ein Angebot für die zuvor an Carlyle zugesagten Auslandsvermögen vorbereitete.

Trump hatte bereits Anfang 2025 öffentlich für Geschäftsbeziehungen zu Russland geworben und das Land als „enorm große Chance" bezeichnet. Witkoff und Kushner haben Russland wiederholt besucht und argumentiert, die Aussicht auf eine Wiederbelebung der Wirtschaftsbeziehungen zum Westen könne Putin zu Kompromissen im Ukraine-Konflikt bewegen. Witkoff ist Mitgründer von Trumps Kryptounternehmen World Liberty Financial; einer der Investoren im aktuellen Deal ist zugleich Mitinhaber dieses Krypto-Unternehmens. Hinweise darauf, dass Kushner oder Witkoff persönlich aus dem Deal profitieren würden, gibt es laut den vorliegenden Berichten nicht.