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Großangelegter ukrainischer Drohnenangriff auf die Region Moskau – fast 900 Drohnen abgefangen

Die Ukraine hat in der Nacht von Montag auf Dienstag die Region Moskau mit rund 650 Drohnen angegriffen, wie der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin mitteilte. Russlands Verteidigungsministerium sprach von fast 900 abgefangenen Drohnen landesweit. Bei dem Angriff starben nach Angaben des Gouverneurs der Region Moskau zwei Menschen, neun wurden verletzt; der Flughafen Scheremetjewo stellte den Betrieb vorübergehend ein. Zugleich griff Russland die ukrainischen Städte Saporischschja, Charkiw und die Region Odessa an.

Das Wichtigste

  • Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin sprach von rund 650 Drohnen auf die Region Moskau, das russische Verteidigungsministerium von fast 900 abgefangenen Drohnen landesweit über Nacht.
  • 105 Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört, weitere 68 am Dienstagvormittag bei Tageslicht.
  • Zwei Menschen wurden getötet, neun verletzt; 47 Wohngebäude in der Region Moskau beschädigt, wie Gouverneur Andrej Worobjow mitteilte.
  • Der Flughafen Scheremetjewo, Russlands größter Flughafen, stellte den Betrieb vorübergehend ein.
  • In Charkiw töteten russische Gleitbomben mindestens sechs Menschen, ukrainische Ermittlungsbehörden meldeten 59 Verletzte; in Saporischschja wurden bei einem Brückenangriff fünf Menschen verletzt.
  • Ein Öllager bei Kostjantyniwka rund 40 km südöstlich von Moskau geriet nach Augenzeugenberichten in Brand; eine offizielle Bestätigung für einen Treffer gab es nicht.
  • Russland hat den Dieselexport infolge der ukrainischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur verboten; US-Präsident Donald Trump hatte die Ukraine im Vormonat aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.

Warum es wichtig ist

Der Angriff zählt zu den größten ukrainischen Drohnenoperationen auf die Region Moskau und traf mit Scheremetjewo auch einen strategisch bedeutsamen Knotenpunkt der russischen Luftfahrt. Die Schäden an Wohngebäuden und ein möglicher Treffer eines großen Treibstoffdepots bei Kostjantyniwka machen die wachsende Reichweite des ukrainischen Drohnenprogramms deutlich. Zugleich verdeutlichen die parallelen russischen Angriffe auf Charkiw, Saporischschja und die Region Odessa eine anhaltende gegenseitige Eskalation mit gravierenden Folgen für die zivile Bevölkerung beider Länder und für die globalen Energiemärkte.

Was geschehen ist

In der Nacht zum Dienstag griff die Ukraine die Region Moskau nach Angaben von Bürgermeister Sergei Sobjanin mit rund 650 Drohnen an; das russische Verteidigungsministerium sprach von insgesamt fast 900 abgefangenen Drohnen über mehreren russischen Regionen, der besetzten Krim und dem Asowschen Meer. 105 Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört, 68 weitere am Dienstagvormittag. Gouverneur Andrej Worobjow meldete zwei Tote, neun Verletzte und 47 beschädigte Wohngebäude in der Region Moskau; der Flughafen Scheremetjewo stellte den Betrieb vorübergehend ein. In der Kleinstadt Litwinowo brach in einem Lagerhaus ein Feuer aus. Medienberichte und Augenzeugen, die vom Kyiv Independent zitiert wurden, sprachen zudem von einem Brand an einem Öllager bei Kostjantyniwka rund 40 km südöstlich von Moskau – Russland bezeichnet die Anlage als größtes Reservoir der Region und wichtigen Treibstoffversorgungsknoten für Moskau; eine offizielle Bestätigung für einen Treffer gab es nicht. Im selben Zeitraum intensivierte Russland seine Angriffe auf die Ukraine: Gleitbomben töteten in Charkiw mindestens sechs Menschen, ukrainische Ermittlungsbehörden sprachen von 59 Verletzten; bei einem Drohnenangriff auf eine Brücke über den Dnipro in Saporischschja wurden fünf Menschen verletzt, der Verkehr wurde vorübergehend gesperrt; das russische Verteidigungsministerium meldete zudem nächtliche Drohnentreffer auf Ziele in der Region Odessa, darunter ein Munitionsdepot, ein Massengutfrachter mit Dual-Use-Gütern im Hafen Tschornomorsk und Hafeninfrastruktur in Ismajil.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die internationale Berichterstattung, darunter South China Morning Post, Der Spiegel und ABC News, stützt sich überwiegend auf russische Quellen – den Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin und das russische Verteidigungsministerium – für Drohnenzahlen, Abfangstatistiken und Opferangaben, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht unabhängig überprüfbar waren. Die Berichte ordnen den ukrainischen Angriff in ein Muster gegenseitiger Eskalation ein und stellen ihm russische Angriffe auf Saporischschja, die Region Odessa und Charkiw gegenüber. Hervorgehoben werden zudem die wirtschaftlichen und strategischen Folgen ukrainischer Schläge gegen die russische Energieinfrastruktur: Russlands Verbot von Dieselexporten, steigende globale Preise und die öffentliche Forderung von US-Präsident Donald Trump an die Ukraine, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Gesamtzahl der ukrainischen Drohnen wird unterschiedlich angegeben: Bürgermeister Sobjanin sprach von rund 650 Drohnen auf die Region Moskau, das Verteidigungsministerium von fast 900 Drohnen landesweit. Bei den Opferzahlen des russischen Gleitbombenangriffs auf Charkiw nannten ukrainische Stellen mindestens sechs Tote und 59 Verletzte; Verletztenzahlen aus den Angriffen auf Saporischschja schwanken zwischen fünf und einer höheren kombinierten Tag-/Nachtbilanz. Unklar ist zudem der Status des Treibstofflagers bei Kostjantyniwka: Medienberichte und Augenzeugen sprachen von einem Brand, eine offizielle Bestätigung für einen Treffer wurde nicht gegeben.

Hintergrund

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion; Russland hat das ukrainische Hinterland systematisch mit Drohnen und Raketen angegriffen, wobei fast täglich zivile Opfer zu beklagen sind. In der Woche vor diesem Angriff hatten russische Streitkräfte erstmals Brücken in Kiew mit Drohnen angegriffen. Die Anlage bei Kostjantyniwka, rund 40 km südöstlich von Moskau, gilt russischen Angaben zufolge als größtes Reservoir der Region und wichtiger Treibstoffversorgungsknoten für Moskau. Das russische Verteidigungsministerium stellt seine nächtlichen Abfangaktionen als Abdeckung mehrerer russischer Regionen sowie der besetzten Krim und des Asowschen Meeres dar.