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Barrot: Zwei Drittel der Ukraine-Geheimdienstdaten kommen aus Europa

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat im Sender France Inter erklärt, zwei Drittel der Geheimdienstinformationen, die die Ukraine derzeit erhalte, kämen aus europäischen Ländern, darunter Frankreich. Die Äußerung fällt in eine Phase wachsender Unsicherheit über den künftigen Umfang der US-Geheimdienstunterstützung für Kiew.

Das Wichtigste

  • Barrot sagte am 15. Oktober im Sender France Inter, zwei Drittel der Ukraine-Geheimdienstinformationen stammten aus Europa, einschließlich Frankreich.
  • Barrot sagte, Europa leiste seit Langem den Großteil der Unterstützung für die Ukraine und übe den größten Druck auf Russland aus.
  • Barrot sagte, seit Kriegsbeginn sei rund zwanzig Mal das Ende der Ukraine oder das Einknicken der USA prophezeit worden.
  • Barrot warf dem Kreml und seinen Bots in sozialen Netzwerken vor, gezielt die Entschlossenheit der Ukrainer und Europäer untergraben zu wollen.
  • Barrot kündigte an, Paris arbeite mit Partnern am Schutz des ukrainischen Luftraums, unter anderem über die Entwicklung günstiger und schneller herstellbarer Abfangdrohnen.
  • Barrot bestätigte weder direkt, dass die USA ihre Geheimdienstlieferungen an die Ukraine eingeschränkt oder gestoppt haben, noch widersprach er diesen Berichten.

Warum es wichtig ist

Barrots Aussage beziffert den europäischen Anteil an der Geheimdienstversorgung der Ukraine zu einem Zeitpunkt, an dem die künftige US-Geheimdienstunterstützung für Kiw nach Berichten über Drohungen aus Washington infrage steht. Sie verleiht den Bemühungen der Europäer, etwaige US-Lücken zu schließen, sowohl ein Maß als auch einen politischen Rahmen.

Was geschehen ist

Am 15. Oktober hat der französische Außenminister Jean-Noël Barrot im französischen Radiosender France Inter erklärt, dass rund zwei Drittel der Geheimdienstinformationen, die die Ukraine derzeit erhalte, aus europäischen Ländern stammten, darunter auch aus Frankreich. Barrot betonte, Europa leiste seit Langem den Großteil der Unterstützung für die Ukraine und übe den größten Druck auf Russland aus. Zugleich verwies er darauf, dass die Erzählung vom angeblichen Fall der Ukraine oder einem Rückzug der USA bereits rund zwanzig Mal seit Kriegsbeginn zu hören gewesen sei. Er warnte vor einer Kampagne des Kreml und seiner Bots in sozialen Netzwerken, die gezielt auf Demoralisierung der Ukrainer und Europäer abziele. Barrot kündigte an, Paris arbeite gemeinsam mit Partnern am Schutz des ukrainischen Luftraums, unter anderem durch die Entwicklung von Abfangdrohnen, die günstiger und schneller produziert werden könnten. Auf die Frage, ob die USA ihre Geheimdienstdatenlieferungen an die Ukraine eingeschränkt oder gestoppt hätten, äußerte er sich weder bestätigend noch verneinend.

Wo die Berichte auseinandergehen

Ob die USA den Austausch militärischer Geheimdienstinformationen mit der Ukraine tatsächlich eingestellt oder nur mit einem Stopp gedroht haben, ist zwischen den Quellen umstritten. Die Financial Times berichtete über eine US-Drohung, Waffenverkäufe und den Geheimdienst-Austausch zu blockieren; Donald Trump und das Weiße Haus erklärten, ein solcher Stopp habe nicht stattgefunden; der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte teils, Partner hätten vor Angriffen nicht gewarnt, teils, die Drohungen seien noch nicht umgesetzt worden; die Europäische Kommission sah keine Anzeichen für ein Ende des Austauschs; The Washington Post schrieb, die USA hätten den Austausch noch nicht vollständig eingestellt.