Rubio sieht in den kommenden Wochen Chance auf Fahrplan für Ukraine-Verhandlungen mit Russland
US-Außenminister Marco Rubio sagte am 8. September in Kolumbien, die USA sähen in den kommenden Wochen die Möglichkeit, einen Fahrplan zur Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau zu entwickeln. Rubio bezeichnete die Gespräche der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew als substanziell. Präsident Selenskyj erklärte unterdessen, die Ukraine sei bereit, an dreiseitigen Gesprächen zur Beendigung des Krieges teilzunehmen.
Das Wichtigste
- Rubio erklärte am 8. September in Kolumbien, die USA sähen in den kommenden Wochen die Möglichkeit, einen Aktionsplan zur Wiederaufnahme der Ukraine-Russland-Verhandlungen zu entwickeln.
- Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hielten sich am 5. September in Moskau bei Wladimir Putin und am 6. September in Kiew auf – es war Kushners erster Besuch in der Ukraine.
- Rubio bezeichnete die Gespräche in Moskau und Kiew als „substanziell"; es habe „allgemeine Offenheit" für Vorschläge und „neue Ideen" gegeben, aber „erhebliche Hindernisse" blieben bestehen.
- Präsident Selenskyj sagte nach den Gesprächen, Kiew sei bereit, an dreiseitigen Verhandlungen im Format Ukraine–USA–Russland zur Beendigung des Krieges teilzunehmen.
- Selenskyj nannte als mögliche Gastgeberländer für ein trilaterales Treffen die VAE, die Schweiz, die Türkei oder ein anderes Land; auf der Tagesordnung sollen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, sichere Getreideexporte und humanitäre Fragen wie Gefangenenaustausch stehen.
- Für September ist ein persönliches Treffen der Präsidenten der Ukraine und der USA vereinbart; Rubio sagte, es bleibe „noch viel Arbeit" und beide Seiten hielten weiterhin klare „rote Linien" ein.
- Das ukrainische Außenministerium erklärte, der Friedensprozess habe sich nach den Besuchen der amerikanischen Sonderbeauftragten in Kiew und Moskau intensiviert.
Warum es wichtig ist
Die Äußerung von Rubio ist das bislang deutlichste hochrangige US-Signal, dass in wenigen Wochen ein konkreter Plan zur Wiederaufnahme der Ukraine-Russland-Gespräche entstehen könnte. Sie folgt auf eine diplomatische Reise der US-Sondergesandten nach Moskau und Kiew – darunter der erste Ukraine-Besuch von Jared Kushner. Damit positioniert sich die USA als aktiv vermittelnd, ohne einen sofortigen Abschluss zu erzwingen, räumt aber zugleich „erhebliche Hindernisse" und „rote Linien" auf beiden Seiten ein. Als nächster Meilenstein ist ein persönliches Treffen der Präsidenten der Ukraine und der USA im September vorgesehen.
Was geschehen ist
US-Außenminister Marco Rubio erklärte am 8. September während eines Besuchs in Kolumbien vor Journalisten, die USA sähen in den kommenden Wochen die Möglichkeit, einen Fahrplan zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu entwickeln. Er bezeichnete die Gespräche, die US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner am 5. September in Moskau mit Wladimir Putin und am 6. September in Kiew mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und weiteren ukrainischen Amtsträgern geführt hatten, als „substanziell". Nach Rubios Darstellung gab es „allgemeine Offenheit" für Vorschläge und „neue Ideen", doch blieben „erhebliche Hindernisse" und klare „rote Linien" auf beiden Seiten bestehen. Rubio sagte zugleich, es bleibe „noch viel Arbeit"; er sei weder übermäßig optimistisch noch pessimistisch. Präsident Selenskyj erklärte nach den Begegnungen, Kiew sei bereit, an dreiseitigen Verhandlungen im Format Ukraine–USA–Russland zur Beendigung des Krieges teilzunehmen, und nannte als mögliche Gastländer für ein solches Treffen die VAE, die Schweiz, die Türkei oder ein anderes Land. Auf der Tagesordnung sollen nach seinen Angaben Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, sichere Getreideexporte und humanitäre Fragen, insbesondere Gefangenenaustausch, stehen. Für September ist zudem ein persönliches Treffen der Präsidenten der Ukraine und der USA vereinbart; auch Telefonkontakte seien Teil des Prozesses. Das ukrainische Außenministerium erklärte, der Friedensprozess habe sich nach den Besuchen der US-Sonderbeauftragten in Kiew und Moskau intensiviert.
Hintergrund
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner trafen am 5. September Wladimir Putin in Moskau und reisten am 6. September erstmals in die Ukraine zu Gesprächen über eine Beendigung des Krieges. Während der Besuche sollen die Ukraine und Russland vereinbart haben, bis zum 7. September die Hauptstädte des jeweils anderen nicht anzugreifen. Jared Kushner sagte, US-Präsident Trump wolle nicht nur den russischen Krieg gegen die Ukraine beenden, sondern auch einen langfristigen Frieden erreichen. Steve Witkoff sprach von „substantiellen Fortschritten" während der Besuche; die US-Gesandten deuteten an, Moskau könnte nach den Wahlen zur russischen Staatsduma „neue Bereitschaft" zu Verhandlungen zeigen. Präsident Selenskyj erklärte, er wolle September und Oktober nutzen, um den diplomatischen Prozess wieder in Gang zu bringen, und schlug als möglichen Ort für weitere US-ukrainische Gespräche die UN-Generalversammlung in New York vor.