Ukraine: Verteidigungsbedarf 2027 auf 175 Milliarden Dollar geschätzt – Lücke von 70 Milliarden im Haushaltsentwurf
Das ukrainische Verteidigungsministerium beziffert den Verteidigungsbedarf für 2027 auf 175 Milliarden Dollar. Der eingebrachte Haushaltsentwurf sieht dagegen nur rund 100 Milliarden Dollar vor – eine Lücke von etwa 70 Milliarden Dollar, die nach Angaben von Beamten über internationale Partner und Mechanismen wie das Ramstein-Format und PURL geschlossen werden soll. Es ist der sechste Kriegshaushalt, den die Regierung der Werchowna Rada vorlegt.
Das Wichtigste
- Verteidigungsbedarf für 2027 laut Verteidigungsministerium: 175 Milliarden Dollar.
- Im Haushaltsentwurf vorgesehen: rund 100 Milliarden Dollar.
- Lücke zwischen Bedarf und Etat: 70 Milliarden Dollar.
- Sicherheits- und Verteidigungssektor im Entwurf um 517,9 Milliarden Hrywnja auf 4,885 Billionen Hrywnja erhöht, davon rund 300 Milliarden Hrywnja zusätzlich für militärische Bezüge und verteidigungsbezogene Sozialleistungen.
- Gesamtausgaben des Entwurfs über 8 Billionen Hrywnja; eigene Ressourcen rund 3,7 Billionen Hrywnja.
- Von benötigten 52,6 Milliarden Dollar (etwa 2,3 Billionen Hrywnja) Partnergelder bislang nur 20 Milliarden Dollar (864 Milliarden Hrywnja) bestätigt.
- Regierung schlägt zur Finanzierung neuer Unternehmenshilfen Erhöhungen von Mehrwert- und Verbrauchsteuern vor – Zustimmung des Parlaments ausstehend.
Was geschehen ist
Das ukrainische Verteidigungsministerium schätzt den Verteidigungsbedarf für 2027 auf 175 Milliarden Dollar. Im Entwurf des Staatshaushalts sind hingegen nur rund 100 Milliarden Dollar eingeplant, sodass eine Lücke von etwa 70 Milliarden Dollar verbleibt. Nach Angaben von Beamten soll diese Lücke über internationale Partner sowie über bestehende Mechanismen wie das Ramstein-Format und PURL geschlossen werden. Die Regierung hat der Werchowna Rada, dem ukrainischen Parlament, ihren sechsten Kriegshaushalt vorgelegt. Der Entwurf sieht Gesamtausgaben von über 8 Billionen Hrywnja vor, denen eigene staatliche Mittel von rund 3,7 Billionen Hrywnja gegenüberstehen; die verbleibende Lücke von 4,3 Billionen Hrywnja soll mit internationaler Hilfe gedeckt werden.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Beide verfügbaren Quellen sind ukrainischsprachige Medien. Sie rahmen die Geschichte als inländische Finanz- und Politikberichterstattung, betonen haushaltspolitische Entscheidungen und den veränderten Planungsansatz des Finanzministeriums. Im Mittelpunkt stehen ukrainische Institutionen (Verteidigungsministerium, Finanzministerium, Werchowna Rada) sowie die Notwendigkeit, sowohl inländische steuerliche Maßnahmen als auch externe Partnerinstrumente wie das Ramstein-Format und PURL zu mobilisieren.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen geben den Aufwuchs des Ressorts für Sicherheit und Verteidigung leicht unterschiedlich an: In einer Formulierung wurde er „um 517,9 Milliarden Hrywnja auf 4,885 Billionen Hrywnja" erhöht, in einer anderen „um 518 Milliarden Hrywnja von 4,4 Billionen auf 4,9 Billionen Hrywnja" – die beiden Angaben unterscheiden sich geringfügig in Ausgangsbasis und Rundung.
Hintergrund
Der Haushaltsentwurf für 2027 erhöht das Budget für Sicherheit und Verteidigung um rund 517,9 Milliarden Hrywnja auf 4,885 Billionen Hrywnja, einschließlich etwa 300 Milliarden Hrywnja für zusätzliche militärische Bezüge und verteidigungsbezogene Sozialleistungen. Die Verteidigungsausgaben 2026 werden mit 155 Milliarden Dollar angegeben – vor diesem Hintergrund wirkt die für 2027 veranschlagte Summe von rund 100 Milliarden Dollar wie ein scharfer Rückgang. Die Berechnungen schließen einen möglichen Anstieg der Truppenstärke bewusst aus, da diese Größe schwer zu prognostizieren ist. Das Finanzministerium plant, den allgemeinen Teil des Reservefonds 2027 auf 200 Milliarden Hrywnja zu erhöhen, gegenüber etwa 140 Milliarden Hrywnja im Jahr 2026. Die Gesamtausgaben im Entwurf übersteigen 8 Billionen Hrywnja; eigene Mittel decken rund 3,7 Billionen Hrywnja, sodass eine Lücke von 4,3 Billionen Hrywnja durch Partnerhilfe geschlossen werden soll.