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EU bleibt nach russischen Drohungen in Kyiw – Brüssel kündigt weitere Sanktionen an

Das russische Außenministerium hat ausländische Diplomaten aufgefordert, Kyiw zu verlassen, und neue massive Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt angedroht. Die EU-Kommission wies die Drohungen als Einschüchterungsversuch zurück und erklärte, ihre Delegation bleibe in Kyiw. Brüssel kündigte zudem die Arbeit am größten Sanktionspaket seiner Geschichte gegen Russland an.

Das Wichtigste

  • Das russische Außenministerium warnte ausländische Diplomaten und forderte sie auf, Kyiw zu verlassen, und kündigte neue „massive Angriffe“ auf die Stadt an.
  • Die EU erklärte am 4. Oktober, ihre Delegation bleibe unverändert in Kyiw tätig.
  • EU-Kommissionssprecher Christian Wiegand bezeichnete die Drohungen als Versuch, Europa zur Reduzierung seiner Ukraine-Unterstützung zu bewegen.
  • Die EU arbeitet nach eigenen Angaben am größten Sanktionspaket ihrer Geschichte gegen Russland.
  • Die EU verurteilte russische Nukleardrohungen gegen NATO-Staaten und hatte am 28. September neue Sanktionen wegen der Deportation ukrainischer Kinder verhängt.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am 3. Oktober in einem Reuters-Interview an, die ukrainischen Streitkräfte würden Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken.
  • Das ukrainische Außenministerium wies am 2. Oktober Medienberichte zurück, wonach westliche Botschaften eine Evakuierung ihres Personals nach Lwiw oder Ostpolen planten.

Warum es wichtig ist

Die Episode stellt unmittelbar auf die Probe, ob die westliche diplomatische Präsenz in Kyiw angesichts russischer Drohungen mit massiven Angriffen aufrechterhalten wird. Brüssel deutet die Drohungen als Bestandteil eines Versuchs, die europäische Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Zugleich fällt die Erklärung in eine Phase russischer Nukleardrohungen gegenüber der NATO und einer laufenden EU-Sanktionsinitiative, was auf eine Verschärfung des Zwangssignals gegenüber der Ukraine und ihren Unterstützern hindeutet.

Was geschehen ist

Das russische Außenministerium warnte ausländische Staatsbürger und diplomatisches Personal, sich nicht in der Ukraine und insbesondere nicht in Kyiw aufzuhalten, und kündigte neue „massive Angriffe“ auf die Hauptstadt an, die es als Vergeltung für ukrainische Angriffe auf russische Militäreinrichtungen bezeichnete. Die Erklärung erklärte zugleich, die Verantwortung für negative Folgen liege vollständig bei denjenigen, die die Warnung ignorierten. EU-Kommissionssprecher Christian Wiegand wies die Drohungen am 4. Oktober als Einschüchterungsversuch zurück und erklärte, die EU-Delegation arbeite in Kyiw unverändert weiter. Die EU werde die Ukraine weiter unterstützten, Russlands Handlungen weiter aufdecken und den Druck auf Russland erhöhen, und arbeite am größten Sanktionspaket ihrer Geschichte gegen Moskau. Die EU-Botschafterin Kateryna Maternowa bestätigte ebenfalls, dass die EU-Delegation in Kyiw bleibe. Nach Angaben des Sprechers hat Russland solche Drohungen bereits früher ausgesprochen, was zeige, dass der Kreml den Krieg und die Selbstkontrolle verliere.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide ukrainischen Quellberichte stellen die Zurückweisung der russischen Drohungen durch die EU und die Botschaft in den Mittelpunkt, dass die EU-Delegation in Kyiw bleibe. Sie betonen den Druck Russlands auf westliche Diplomaten und die diplomatischen Gegenreaktionen der Ukraine – darunter die Dementi des ukrainischen Außenministeriums zu Evakuierungsberichten und die Erklärungen von Präsident Selenskyj, die ukrainischen Streitkräfte würden Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken.

Wo die Berichte auseinandergehen

Der Name des EU-Kommissionssprechers wird in den Fakten uneinheitlich als „Wigand“ und „Wiegand“ wiedergegeben. Zudem variieren die Fakten im Auslöser der EU-Reaktion: Einige verknüpfen sie allein mit dem russischen Aufruf an Ausländer, Kyiw zu verlassen, während andere sie breiter auf ein russisches Dokument an die NATO beziehen, das den möglichen Einsatz des gesamten Arsenals Russlands einschließlich Nuklearwaffen für den Fall einer Isolierung der Region Kaliningrad behauptet.

Hintergrund

Russland hatte bereits im Mai 2025 eine vergleichbare Warnung ausgesprochen; damals wiesen westliche Staats- und Regierungschefs die russischen Drohungen zurück. Die EU hatte zuletzt russische Nukleardrohungen gegen NATO-Staaten verurteilt und am 28. September neue Sanktionen wegen der Deportation ukrainischer Kinder verhängt. Die russische Erklärung begründete die angedrohten Angriffe als Vergeltung für ukrainische Angriffe auf russische Militäreinrichtungen; am 3. Oktober kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj an, die ukrainischen Streitkräfte würden Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken. Am 2. Oktober wies das ukrainische Außenministerium Medienberichte zurück, wonach ungenannte westliche Botschaften eine Evakuierung ihres Personals nach Lwiw oder in die östlichen Regionen Polens planten.