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Sybiha fordert Europa auf, eingefrorene russische Vermögenswerte sofort für die Ukraine zu nutzen

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Europa aufgefordert, die eingefrorenen russischen Staatsvermögen für Verteidigung und Wiederaufbau der Ukraine einzusetzen. Er warnte, der Rekord-Militärhaushalt Russlands für 2027 zeige, dass Moskau den Krieg fortsetzen wolle. Gleichzeitig schlug er eine Architektur vor, die die Risiken unter allen EU-Staaten verteilt.

Das Wichtigste

  • Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte Europa auf, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte sofort für Verteidigung und Wiederaufbau der Ukraine zu nutzen.
  • Sybiha bezifferte Russlands Militärhaushalt 2027 auf rekordhohe 180 Mrd. Euro – ein Anstieg von über 40 % gegenüber 2026.
  • Ende August 2025 hatten Schweden, die Niederlande, Spanien und Polen die EU-Kommission aufgefordert, die Debatte über die vollständige Nutzung der eingefrorenen Vermögenswerte wieder aufzunehmen.
  • 2022 fror die G7 rund 300 Mrd. Euro russischer Zentralbankreserven ein, davon etwa 210 Mrd. in der EU; im Dezember 2025 machte die EU die Einfrierung unbefristet.
  • Sybiha betonte, die Entscheidung dürfe kein einzelnes Land übermäßig belasten – insbesondere Belgien, wo die meisten Gelder bei Euroclear liegen.
  • Das ukrainische Finanzministerium schlug vor, die Vermögenswerte unter gemeinsame EU-Kontrolle zu stellen, statt sie im bilateralen Konten zu belassen.
  • Im September hatte Belgien einer Überführung der Vermögenswerte von Euroclear unter EU-Kontrolle noch nicht zugestimmt; ein belgischer Beamter verwies auf die Pflicht, Belgien und Euroclear vor russischen Rechtsansprüchen zu schützen.

Warum es wichtig ist

Sybiha verschiebt die Debatte vom Einfrieren der russischen Vermögenswerte zu deren aktiver Nutzung für die Ukraine und liefert zugleich einen konkreten rechtlichen Vorschlag, um die Hauptsorge – die Konzentration des Risikos bei Belgien und Euroclear – zu entschärfen. Die Initiative fällt in ein Wahljahr in Europa und wird von vier EU-Mitgliedstaaten aktiv unterstützt, was den politischen Druck auf Belgien und die EU-Kommission erhöht.

Was geschehen ist

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Europa öffentlich aufgefordert, die rund 210 Mrd. Euro eingefrorener russischer Zentralbankreserven in der EU sofort für die Verteidigung und den Wiederaufbau der Ukraine einzusetzen. Er verwies auf Russlands Rekord-Militärhaushalt von 180 Mrd. Euro für 2027 – über 40 % mehr als 2026 – als Beleg dafür, dass Moskau den Krieg fortsetzen wolle. Gleichzeitig signalisierte Sybiha Bereitschaft, auf europäische Bedenken einzugehen: Die Ukraine schlägt vor, die Vermögenswerte unter gemeinsame EU-Kontrolle zu stellen, sodass weder Belgien als Verwahrer noch ein einzelner Mitgliedstaat allein die rechtlichen und finanziellen Risiken trüge. Das ukrainische Modell sehe zudem vor, dass die rechtliche Verfügungsgewalt bei einer europäischen Struktur bleibe, die Ukraine nur Finanzierung erhalte und das Konstrukt aufgelöst werde, sobald Russland zahle.

Wo die Berichte auseinandergehen

Sybiha weist Befürchtungen zurück, dass eine Beschlagnahme russischer Vermögenswerte Moskau zu Vergeltung an westlichen Vermögenswerten veranlassen würde, und verweist darauf, dass Russland dies bereits seit 2022 tue. Ein belgischer Beamter erklärte dagegen, jede Entscheidung müsse sowohl die Vermögenswerte selbst als auch die Verpflichtungen Belgiens und Euroclears vollständig gegenüber russischen Rechtsansprüchen schützen – ein Hinweis auf die anhaltende belgische Zurückhaltung.