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Russland greift Energieinfrastruktur in elf Oblasten mit Raketen und Drohnen an

In der Nacht zum 19. Oktober hat Russland die Ukraine mit 16 ballistischen Raketen und mehr als 200 Drohnen angegriffen und dabei Energieinfrastruktur in mindestens elf Oblasten getroffen. Nach Angaben von Präsident Selenskyj wurden mehr als zehn Energieanlagen beschädigt, mindestens 550.000 Familien waren ohne Strom. Neben Energieanlagen wurden auch eine Poliklinik, eine Schule, eine U-Bahn-Station und Wohnhäuser getroffen; es gab Tote und Verletzte.

Das Wichtigste

  • Angriff traf Energieinfrastruktur in elf Oblasten: Winnyzja, Wolyn, Kirowohrad, Kyiw, Mykolajiw, Schytomyr, Chmelnyzkyj, Charkiw, Ternopil, Odessa und Riwne.
  • 16 ballistische Raketen und mehr als 200 Drohnen verschiedener Typen, darunter düsengetriebene Shaheds, wurden eingesetzt.
  • Luftabwehr schoss 4 Raketen und 243 Drohnen ab; Einschläge wurden an 25 Standorten registriert.
  • Mehr als 10 Energieanlagen wurden in einer Nacht beschädigt; mindestens 550.000 Familien waren ohne Strom.
  • In Kyiw und Kyiwer Gebiet gab es Tote und Verletzte; beschädigt wurden unter anderem die U-Bahn-Station Tschernihiwska und das Einkaufszentrum Cosmo Multimall.
  • Selenskyj erklärte, es habe keine Partnerwarnung vor der ersten Welle ballistischer Raketen gegeben.

Warum es wichtig ist

Der Angriff hat in einer einzigen Nacht mehr als zehn Energieanlagen beschädigt und mindestens 550.000 Familien den Strom genommen – ein schwerer Schlag für das ukrainische Netz vor der Heizperiode. Dass auch eine Poliklinik, eine Schule, eine U-Bahn-Station und Wohnhäuser getroffen wurden und es Opfer unter der Zivilbevölkerung gab, unterstreicht die Dimension der Angriffe. Das Ausbleiben einer Partner-Frühwarnung vor der ersten Welle ballistischer Raketen wirft zudem Fragen zur Informationsweitergabe der Verbündeten auf.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 19. Oktober griff Russland die Ukraine mit 16 ballistischen Raketen vom Typ Iskander-M/S-400 sowie Iskander-K-Marschflugkörpern und 269 Drohnen an. Nach Angaben der Luftwaffe schoss die ukrainische Luftabwehr vier Raketen und 243 Drohnen ab; Einschläge wurden an 25 Standorten verzeichnet, an acht weiteren Orten fielen Trümmer herab. Laut Präsident Selenskyj traf der Angriff Energieanlagen in elf Oblasten – Winnyzja, Wolyn, Kirowohrad, Kyiw, Mykolajiw, Schytomyr, Chmelnyzkyj, Charkiw, Ternopil, Odessa und Riwne. Über zehn Energieanlagen wurden in dieser Nacht beschädigt, mindestens 550.000 Familien waren ohne Strom. In Kyiw wurden die U-Bahn-Station Tschernihiwska und das Einkaufszentrum Cosmo Multimall getroffen, drei Stadtbezirke waren betroffen; eine Person kam ums Leben, acht wurden verletzt. Im Kyiwer Gebiet starb in Irpin ein Mensch, sechs wurden verletzt, darunter drei Kinder. Im Wolyner Gebiet gerieten Kreise um Kowel, Manewytschi und Luzk unter Beschuss; in der Oblast Lwiw wurde im Dorf Subra ein Wohnblock mit elf Häusern, eine Garage und acht Fahrzeuge beschädigt; in der Oblast Riwne wurden zwei Frauen verletzt, Teile der Region fielen der Strom aus; in der Oblast Winnyzja blieben Teile der Region und die Stadt Winnyzja ohne Strom und Wasser. Das Energieministerium meldete Stromausfälle in 15 Oblasten und kündigte stundenweise Abschaltpläne für Verbraucher sowie Lastbegrenzungen für die Industrie an.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen unterscheiden sich in der Zahl der vom Ausfall betroffenen Oblaste: Präsident Selenskyj nannte elf vom Angriff betroffene Oblaste, das Energieministerium sprach von Stromausfällen in 15 Oblasten, und ein späterer operativer Lagebericht listete neue Ausfälle in zehn Oblasten. Beim Thema Partner-Frühwarnung erklärte Selenskyj zunächst, es habe keine Warnung gegeben; der Sprecher des Luftwaffenkommandos, Jurij Ihnat, präzisierte, dass vor dem ersten ballistischen Raketenstart keine Warnung eingegangen sei, vor dem zweiten Angriff aber sehr wohl – die Ursachen würden mit den Partnern untersucht.

Hintergrund

Russland greift ukrainische Städte und zivile Infrastruktur in allen Regionen der Ukraine regelmäßig mit verschiedenen Waffen an, darunter Angriffsdrohnen, Raketen, KABs und Mehrfachraketenwerfer. Die russische Führung bestreitet, dass die russische Armee im Verlauf des seit Februar 2022 andauernden großangelegten Krieges gezielt zivile Infrastruktur angreift. Ukrainische Behörden und internationale Organisationen stufen diese Angriffe als Kriegsverbrechen der Russischen Föderation ein und betonen deren gezielten Charakter. Zusätzlich zu den kriegsbedingten Schäden waren am 18.–19. Oktober rund 140 Ortschaften in den Oblasten Odessa, Mykolajiw und Kyiw durch Regen und starke Windböen ohne Strom, was die Belastung des Netzes verschärfte.