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Trump und Putin einigen sich auf russische Diesel-Lieferungen – Trump attackiert Selenskyj und fordert neuen ukrainischen Präsidenten

Am 9. Oktober 2026 führten US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin ein Telefongespräch, in dem sie sich auf die Lieferung von 300.000 bis 3 Millionen Tonnen russischen Dieselkraftstoffs an den US- und Weltmarkt einigten. Das US-Finanzministerium erließ eine bis zum 7. April 2027 gültige Allgemeingenehmigung, die Transaktionen mit russischem Diesel erlaubt. Trump lobte die Vereinbarung und griff den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf an, warf ihm vor, den Krieg beenden zu können, aber nicht zu wollen, und erklärte, es sei „Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu wählen". Selenskyj kritisierte die Entscheidung als „Schwäche" und „unfair und unehrlich". Parallel laufende Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine, europäischen Staaten und der NATO in Miami endeten vorzeitig. Im US-Kongress formierte sich parteiübergreifender Widerstand, darunter ein Gesetzesentwurf von Brian Fitzpatrick, der russische Ölkäufe blockieren soll.

Das Wichtigste

  • Trump und Putin einigten sich am 9. Oktober in einem Telefongespräch auf 300.000 bis 3 Millionen Tonnen russisches Diesel für den US- und Weltmarkt
  • Das US-Finanzministerium erließ eine bis zum 7. April 2027 gültige Allgemeingenehmigung für Transaktionen mit russischem Diesel
  • Trump erklärte, es sei „Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu wählen", und warf Selenskyj vor, den Krieg beenden zu können, aber nicht zu wollen
  • Elon Musk schrieb auf X: „Selenskyj geht zu weit" und stimmte zu, dass die Ukraine einen neuen Anführer brauche
  • Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine, europäischen Staaten und der NATO in Miami zur Deeskalation und Beendigung des Krieges endeten vorzeitig
  • Der Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick kündigte einen parteiübergreifenden Gesetzesentwurf zum Blockieren russischer Ölkäufe an, der über ein Discharge-Verfahren eingebracht werden soll
  • Laut ISW-Analysten vom 10. Oktober sind Russlands Behauptungen über ukrainische Angriffe auf russische Wahlinfrastruktur unbegründet

Warum es wichtig ist

Die Trump-Putin-Vereinbarung stellt eine erhebliche Verschärfung des US-Drucks auf die ukrainische Führung dar. Sie fiel mitten in laufende Friedensverhandlungen in Miami, die daraufhin vorzeitig abgebrochen wurden. Die vom US-Finanzministerium erteilte Allgemeingenehmigung bedeutet faktisch eine Lockerung der Sanktionen gegen russische Energieexporte und läuft bis April 2027. ISW-Analysten bewerten Russlands nicht nachgelassene Kriegsziele als faktische Forderung nach vollständiger Kapitulation der Ukraine. Im US-Kongress formierte sich parteiübergreifender Widerstand, und mehrere Senatoren und Abgeordnete beider Parteien kritisierten die Entscheidung öffentlich.

Was geschehen ist

Am 9. Oktober 2026 führten US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin ein Telefongespräch, in dem sie sich auf die Lieferung von 300.000 bis 3 Millionen Tonnen russischen Dieselkraftstoffs an den US- und Weltmarkt einigten. Der Kreml hob seinen im Juli 2026 als Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien verhängten Diesel-Exportstopp vorzeitig auf. Das US-Finanzministerium erließ auf Trumps Anweisung eine bis zum 7. April 2027 gültige Allgemeingenehmigung, die Transaktionen im Zusammenhang mit Verkauf, Lieferung, Entladung und Import von russischem Diesel erlaubt. Trump bezeichnete das Abkommen als „extrem erfolgreich", pries die russischen Öllieferungen zu niedrigen Preisen und sagte, Putin wolle „sehr gerne eine Einigung" zur Beendigung des Krieges in der Ukraine erzielen. Gleichzeitig griff er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf an, warf ihm vor, den Krieg beenden zu können, aber nicht zu wollen, und erklärte, es sei „Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu wählen". Selenskyj reagierte am Abend des 9. Oktober und nannte die US-Entscheidung „schwach", „unfair und unehrlich" und eine „offensichtliche Schwäche, die Russland in die Hände spielt". Er betonte, Trump habe die Vereinbarung mit Putin getroffen, während parallel US-ukrainische Gespräche in Miami stattfanden, und warf den USA vor, die ukrainische Delegation als „Ablenkungsmanöver" zu benutzen. Die Verhandlungen zwischen Vertretern der USA, der Ukraine, europäischer Staaten und der NATO in Miami zur Deeskalation und Beendigung des Krieges endeten vorzeitig; die ukrainische Delegation reiste ab. Elon Musk schrieb auf X, „Selenskyj geht zu weit", und stimmte zu, dass die Ukraine einen neuen Anführer brauche. Am 10. Oktober kündigte der republikanische Kongressabgeordnete Brian Fitzpatrick, Co-Vorsitzender des Ukraine Caucus im Repräsentantenhaus, die Einbringung eines parteiübergreifenden Gesetzesentwurfs namens „Ronald Reagan Peace Through Strength Act" an, der alle Käufe russischen Öls blockieren soll und über ein Discharge-Verfahren zur Abstimmung gebracht werden soll; der republikanische Abgeordnete Don Bacon (Nebraska) sagte als Co-Sponsor zu. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, allein das ukrainische Volk habe das Recht, über seine Führung zu entscheiden, und Selenskyj habe dessen Unterstützung.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die Trump-Putin-Vereinbarung löste parteiübergreifende Kritik im US-Kongress aus. Senator Mark Kelly (Demokrat) fragte, was mit dem „Graham Law" zu Russland- und Iran-Sanktionen geschehen sei und auf wessen Seite Trump stehe. Die Abgeordnete Marie Gluesenkamp Perez (Demokratin) erklärte, die Entscheidung widerspreche direkt dem Willen des Kongresses. Der Abgeordnete Michael McCaul (Republikaner) warnte, die Aufhebung der Sanktionen würde die Kriegsmaschinerie des Kremls finanzieren. Senatorin Lisa Murkowski (Republikanerin) forderte Trump auf, seine Sanktionsbefugnisse zu nutzen, statt Russland Dieselexporte zu erlauben. Der ehemalige US-Sonderbeauftragte für die Ukraine, Keith Kellogg, sagte, er glaube nicht, dass Putin der Vereinbarung freiwillig zugestimmt habe, und bezeichnete sie als Versuch, Druck zu reduzieren. Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson schrieb auf X, es sehe so aus, als sei das Weiße Haus entschlossen, amerikanische Autofahrer die „Schlächterei Putins" finanzieren zu lassen. Die britische Zeitung The Telegraph veröffentlichte einen Leitartikel, in dem sie Trumps Aufruf zur Ablösung Selenskyjs als „schändlich und absurd" bezeichnete und anmerkte, dass Russland auf Stärke reagiere. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, Europa werde den Druck auf Russland nach dem Trump-Putin-Abkommen nicht verringern. Der estnische Premierminister Kristen Michal nannte Trumps Entscheidung einen großen Fehler. Finnlands Premierminister bezeichnete das Abkommen als „furchtbare Enttäuschung".

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen widersprechen sich in zwei wesentlichen Punkten. Erstens: Trumps Darstellung, dass Putin ein Friedensabkommen wolle, steht im Widerspruch zur Darstellung des Kreml-Beamten Juri Uschakow, wonach Putin in demselben Telefongespräch die Möglichkeit von Friedensverhandlungen ablehnte und Russlands maximale Kriegsziele bekräftigte; ISW-Analysten bewerten diese Ziele als faktische Forderung nach vollständiger Kapitulation der Ukraine. Zweitens: Trump lastete Selenskyj die Verantwortung für das Scheitern eines Abkommens an und warf ihm vor, Angriffe auf russische Raffinerien nicht zu stoppen; Selenskyj, Außenminister Sybiha, ISW-Analysten, ein Leitartikel der Telegraph, Kellogg und Johnson verwiesen dagegen auf Russlands unveränderte Maximalforderungen, fortgesetzte Angriffe und argumentierten, dass die Schwächung Selenskyjs und die Lockerung der Sanktionen Moskau in die Hände spielten.

Hintergrund

Die globalen Benzin- und Dieselpreise stiegen ab Februar 2026 nach Beginn der US-israelischen Militäroperationen im Iran und der Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran als Reaktion auf US-Angriffe und Sanktionen gegen iranisches und russisches Öl stark an. Dies führte zu Rekordpreisen an US-Tankstellen und veranlasste die G7-Staaten, die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus Notfallreserven zu vereinbaren. China wendet seit März 2026 ein strenges monatliches Exportquotensystem für Diesel, Benzin und Flugturbinenkraftstoff an; Daten von Kpler und Sparta zeigen, dass Chinas kommerzielle Dieselreserven 20 Millionen Barrel unter einem kritischen Schwellenwert lagen, und Peking erteilte im Oktober keine Dieselexportgenehmigungen außer für Hongkong und Macau, was die europäischen Diesel-Futures über 1.500 US-Dollar pro Tonne trieb. Russland hatte im Juli 2026 als Reaktion auf intensivierte ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien ein Dieselexportverbot verhängt, das am 9. Oktober zugunsten der Trump-Putin-Vereinbarung vorzeitig aufgehoben wurde. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien waren Kiews wichtigstes Druckmittel gegenüber Moskau; Selenskyj knüpfte einen ukrainischen Verzicht an die Bedingung, dass Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstelle.