The Atlantic: Trump hält ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien für gegen die Republikaner gerichtet
The Atlantic berichtet unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump, dieser habe sich eingeredet, dass ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien teilweise darauf abzielten, die Chancen der Republikanischen Partei bei den Kongress-Zwischenwahlen zu untergraben. Trump richte seine Kritik ausschließlich gegen ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur und wiegelte russische Angriffe auf die Ukraine ab, während seine Administration die Lieferung von Raketen an die Ukraine verzögert habe.
Das Wichtigste
- The Atlantic berichtet, Trump habe sich eingeredet, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien seien gegen die Chancen der Republikaner bei den Zwischenwahlen gerichtet.
- Trump kritisiert ausschließlich ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien und macht diese für steigende Energiepreise verantwortlich.
- Stunden nach einem Drohnenangriff auf einen Park mit sechs Toten, darunter zwei Kinder, verharmloste Trump das Ausmaß russischer Angriffe auf die Ukraine.
- Die Trump-Administration verzögerte die Genehmigung der Lieferung von Raketen an die Ukraine und beschränkte deren Zugang zum Satellitensystem Starshield.
- Mitarbeiter Trumps drohten, Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen, sollte diese Angriffe auf russische Dieselanlagen einstellen.
- Republikaner und Demokraten prognostizieren, dass die Demokraten im nächsten Monat die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen; Trumps Zustimmungswert liegt vor den Zwischenwahlen bei 33%.
- Der neue Kongress nimmt am 3. Januar seine Arbeit auf.
Warum es wichtig ist
Der Bericht dokumentiert den mutmaßlichen Druck der Trump-Administration auf die Ukraine, Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einzustellen — einschließlich Drohungen, Waffenverkäufe zu stoppen. Er fällt in die Phase der US-Kongress-Zwischenwahlen, deren Ausgang die künftige Unterstützung der Ukraine neu kalibrieren könnte. Zeitgleich werden konkrete Einschränkungen für die ukrainische Luftabwehr gemeldet, während Trump russische Angriffe auf ukrainische Zivilisten öffentlich verharmlost.
Was geschehen ist
The Atlantic berichtet unter Berufung auf drei nicht namentlich genannte Personen aus Trumps Umfeld, der US-Präsident habe sich eingeredet, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien seien teilweise darauf angelegt, die Chancen der Republikanischen Partei bei den Zwischenwahlen am 3. November und damit auch seine eigenen zu untergraben. Trump richte seine Kritik ausschließlich gegen ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur und schiebe diesen die steigenden Energiepreise zu. Gleichzeitig habe seine Administration die Genehmigung der Lieferung von Raketen an die Ukraine verzögert und den Zugang zum Satellitensystem Starshield eingeschränkt; zudem hätten seine Mitarbeiter gedroht, Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen, falls diese ihre Angriffe auf russische Dieselanlagen nicht einstelle. Wenige Stunden nachdem ein russischer Drohnenangriff auf einen Park sechs Menschen — darunter zwei Kinder — getötet hatte und ein Foto eines einjährigen Mädchens aus einem Kinderwagen weltweit Verbreitung fand, erklärte Trump, Russland „mache nicht so viel".
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt den von The Atlantic beschriebenen Verdacht Trumps in den Mittelpunkt und rahmt die Episode als politisches Druckmittel gegen Kiew. Beide ukrainischen Quellen betonen Trumps feindseligen Druck auf die Ukraine — insbesondere die Drohungen, Waffenverkäufe einzustellen — sowie die konkreten Folgen für die ukrainische Verteidigungsfähigkeit: verzögerte Raketenlieferungen und eingeschränkter Zugang zu Starshield. In Gegenüberstellung zu Trumps Verharmlosung russischer Angriffe verweisen die ukrainischen Quellen auf die getöteten Zivilisten, darunter das weltweit bekannt gewordene Foto eines einjährigen Mädchens. Zugleich weisen sie auf innerrepublikanische Kritik an Trumps Kurs und die Möglichkeit demokratischer Gewinne im Repräsentantenhaus hin.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die beiden ukrainischen Quellen unterscheiden sich in der Charakterisierung der eigentlichen Ursache der steigenden Energiepreise, die Trump laut The Atlantic ausblende. LIGA.net betont die Fähigkeit Irans, die USA herauszufordern und die Straße von Hormuz zu blockieren. NV hingegen rahmt den Auslöser als Trumps Krieg im Iran und das damit verbundene Ansteigen der Öl- und Gaspreise.
Hintergrund
Trump fordert seit Anfang Oktober — ohne greifbare Grundlage — ein Energiewaffenstillstandsabkommen im russisch-ukrainischen Krieg. Seine Administration hatte einen Monat zuvor einen Sanktionsentwurf im Gedenken an den verstorbenen Senator Lindsey Graham unterzeichnet, doch mehrere Republikaner kritisierten Trumps Versuche, dessen Verabschiedung zu hintertreiben. Der neue Kongress nimmt am 3. Januar seine Arbeit auf; der Ausgang der Senatsschlacht gilt als unvorhersehbar.