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Witkoff in St. Petersburg: US-Sondergesandter überbringt Putin Vorschläge aus Oslo-Treffen

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reiste am 21. Oktober nach St. Petersburg, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Er überbrachte Dokumente mit US-Vorschlägen zur Beendigung des Ukraine-Krieges, die aus einem Treffen zwischen ukrainischen, amerikanischen und europäischen Vertretern am Vortag in Oslo hervorgegangen waren. Witkoff sprach von einer Grundlage für eine Waffenruhe und hoffte auf die Wiederaufnahme trilaterer Gespräche Russland-USA-Ukraine. Putin kündigte bei dem Treffen die Freilassung des seit über vier Jahren in Russland inhaftierten US-Bürgers Stephen Hubbard an.

Das Wichtigste

  • US-Sondergesandter Steve Witkoff traf am 21. Oktober in St. Petersburg ein und wurde am Flughafen Pulkowo von Kirill Dmitrijew, dem Sonderbeauftragten Putins für ausländische Investitionen, empfangen.
  • Witkoff und Dmitrijew reisten gemeinsam zum Konstantinpalast, wo das Treffen mit Wladimir Putin stattfand.
  • Am 20. Oktober hatten in Oslo Gespräche zwischen Wolodymyr Selenskyj, Witkoff, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre stattgefunden, an denen auch Vertreter Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Polens, der EU und der NATO teilnahmen.
  • Stubb erklärte, in Oslo sei „echter Fortschritt" erzielt worden und bestimmte Elemente einer Friedensregelung seien identifiziert worden.
  • Witkoff sagte gegenüber Putin, die Oslo-Gespräche seien produktiv gewesen und es gebe eine Grundlage für eine Waffenruhe; er äußerte die Hoffnung auf trilaterale Verhandlungen Russland-USA-Ukraine.
  • Jared Kushner nahm wegen Krankheit (Grippe) nicht persönlich teil; ob er per Video zugeschaltet war, wird unterschiedlich berichtet.
  • Putin gab bei dem Treffen die Freilassung des US-Bürgers Stephen Hubbard bekannt, der 2024 in Russland wegen angeblicher Söldnertätigkeit zu sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden war.
  • Selenskyj erklärte, der nächste Schritt solle ein trilaterales Treffen zwischen ihm, Putin und Trump sein – ein Format, das Russland bisher ablehnt.

Warum es wichtig ist

Das Treffen ist Teil eines von den USA vermittelten Versuchs, den russischen Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Witkoff überbrachte Putin einen Vorschlag, der auf einem Treffen zwischen der Ukraine, den USA und europäischen Partnern in Oslo basiert, und erklärte öffentlich, es gebe Vorbedingungen für eine Waffenruhe. Zugleich blieb das von Selenskyj geforderte trilaterale Format Selenskyj-Putin-Trump, das Russland bisher ablehnt, offen. Das Treffen fand vor dem Hintergrund einer Annäherung zwischen Washington und Moskau statt, einschließlich eines Deals zu russischem Diesel und ausgesetzter Sanktionen, während aus Kiew über Einschränkungen bei US-Geheimdienstdaten und Starlink-Geschwindigkeiten für die ukrainische Armee berichtet wurde.

Was geschehen ist

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf am Morgen des 21. Oktober in St. Petersburg ein. Am Flughafen Pulkowo wurde er von Kirill Dmitrijew, Putins Sonderbeauftragtem für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland, empfangen. Beide reisten gemeinsam zum Konstantinpalast, wo die Gespräche mit Präsident Wladimir Putin stattfanden. Putins Berater Juri Uschakow hatte Journalisten zuvor erklärt, der Krieg gegen die Ukraine sei das Hauptthema des Treffens und die Agenda sei seit mehreren Tagen geplant. Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, reiste wegen einer Grippe nicht nach St. Petersburg; ob er per Videoverbindung teilnahm, wird in den Quellen unterschiedlich dargestellt.

Witkoff überreichte Putin Dokumente mit US-Vorschlägen zur Beendigung des Ukraine-Krieges. Er erklärte, die Oslo-Gespräche vom Vortag seien produktiv gewesen und es gebe eine Grundlage für eine Waffenruhe, und äußerte die Hoffnung auf die Wiederaufnahme trilateraler Verhandlungen Russland-USA-Ukraine. Putin dankte Trump für dessen Aufmerksamkeit für die Ukraine-Lage und verwies auf ein Telefongespräch, in dem Trump die Notwendigkeit betont habe, den Krieg zu beenden. Putin sagte zudem, er sei an einer Wiederbelebung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA interessiert, und äußerte sich zur Lage um den Iran. Witkoff dankte Putin im Namen Trumps für die „Diesel-Vereinbarung" und für die Freilassung von Stephen Hubbard, einem 74-jährigen US-Bürger aus Michigan, der 2024 in Russland wegen angeblicher Söldnertätigkeit zu sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden war und sich nach Putins Angaben am Flughafen Pulkowo aufhielt.

Das Treffen folgte auf ein ukrainisch-amerikanisch-europäisches Treffen am 20. Oktober in Oslo, an dem neben Präsident Wolodymyr Selenskyj und Witkoff der finnische Präsident Alexander Stubb und der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre teilnahmen, sowie Vertreter Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Polens, der EU und der NATO. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters erzielten die Seiten „wesentlichen Fortschritt" und ein hohes Maß an Übereinstimmung auf Arbeitsebene über die nächsten Schritte. Themen waren Sicherheitsgarantien für die Ukraine, Wiederaufbau, territoriale Fragen, Sanktionen, Energie und die europäische Sicherheitsordnung nach dem Krieg. Stubb erklärte, „echter Fortschritt" sei erzielt worden. Selenskyj kündigte an, dass der nächste Schritt ein trilaterales Treffen Selenskyj-Putin-Trump sein solle, ein Format, das Russland bisher zurückgewiesen hat.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen das Oslo-Treffen als Beginn eines gemeinsamen ukrainisch-amerikanisch-europäischen Verhandlungsstrangs dar und betonen Selenskyjs Bereitschaft zum trilateralen Format Selenskyj-Putin-Trump sowie die grundsätzliche Offenheit der Ukraine, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, falls Moskau reziproke Schritte unternehme. Sie heben die Erwartung der EU-Kommission hervor, nach Witkoffs Treffen mit Putin von den USA unterrichtet zu werden, und verweisen auf Selenskyjs Aussage, die USA hätten zugestimmt, dass die Ukraine starke Sicherheitsgarantien erhalten solle, einschließlich eines Analogs zu Artikel 5 des NATO-Vertrags. Gleichzeitig nehmen sie skeptische Stimmen auf, etwa ein Interview mit einem ukrainischen Politologen, der geringe Erwartungen an einen Durchbruch nach dem Witkoff-Putin-Treffen äußert. Sie berichten zudem über Spannungen in den Beziehungen zu Washington: den Vorwurf, die USA hätten bei mehreren Angriffen Informationen über russische ballistische Raketenstarts zurückgehalten, Geschwindigkeitsbegrenzungen bei Starlink für die ukrainische Streitkräfte, Selenskyjs Kritik an der Aufhebung von US-Sanktionen gegen russisches Diesel als „offensichtliche Schwäche" sowie einen im US-Kongress angekündigten parteiübergreifenden Gesetzentwurf, der Käufe russischen Öls unterbinden soll.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige nicht-ukrainische Quelle in diesem Material ist eine agenturähnliche Meldung aus Aserbaidschan, die sich auf den Kernchronologienverlauf – Witkoffs Ankunft und seine Aussage, es gebe eine Grundlage für eine Waffenruhe – beschränkt, ohne eigenständige Rahmung. Darüber hinaus liegen keine weiteren internationalen Quellen vor, die eine von den ukrainischen Medien abweichende Einordnung liefern.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen widersprechen sich darin, ob und wie Jared Kushner am Witkoff-Putin-Treffen teilnahm: Teile der Berichterstattung sprechen von einer Teilnahme per Video, während Uschakow erklärte, Kushner sei wegen Krankheit nicht angereist. Beim Oslo-Treffen unterscheiden sich die Darstellungen im Umfang des Vereinbarten: Einerseits wird Stubbs Aussage als Bestätigung gelesen, dass Aspekte zu Sicherheit und Wirtschaft „abgestimmt" und „bestimmte Elemente einer Friedensregelung" identifiziert worden seien; andererseits wird Stubbs Äußerung enger als Behandlung von Sicherheits-, Energie- und Wirtschaftsfragen wiedergegeben. Beim vorgeschlagenen Trump-Putin-Xi-Treffen im APEC-Rahmen sagte Trump, das Hauptthema solle „Atomwaffen und Denuklearisierung" sein, während die Wall Street Journal berichtete, das eigentliche Ziel sei es, den Krieg gegen die Ukraine zu für Russland günstigen Bedingungen zu beenden.

Hintergrund

Russland hat im Februar 2022 eine umfassende Invasion der Ukraine begonnen – der Krieg, um den sich die Gespräche drehen. Am 20. Oktober kam es in Oslo zu einem Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre, an dem auch Vertreter Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Polens, der EU und der NATO teilnahmen; Themen waren Sicherheitsgarantien, Wiederaufbau, territoriale Fragen, Sanktionen und die europäische Sicherheitsordnung nach dem Krieg. Stubb erklärte, in Oslo sei „echter Fortschritt" erzielt worden. Putin hatte Trump zuvor ein trilaterales Treffen Trump-Putin-Xi vorgeschlagen; Trump sagte am 19. Oktober, er sei bereit zu einem solchen Treffen am Rande des APEC-Gipfels in China, mit Denuklearisierung als erklärtem Hauptthema. Das Institute for the Study of War schätzt, dass Russland keine konstruktiven Verhandlungen wolle und auf eine Kapitulation der Ukraine hinarbeite.