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Russland plant 2027 Rekord-Verteidigungsetat von rund 202 Milliarden Dollar

Russland will seine Verteidigungsausgaben im Jahr 2027 um rund 27 Prozent auf etwa 17,1 Billionen Rubel (rund 202 Milliarden Dollar) erhöhen – den höchsten Wert seit Beginn der großangelegten Invasion der Ukraine 2022. Die Finanzierung soll über höhere Steuern, mehr Schulden und Entnahmen aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds erfolgen; gleichzeitig steigt der Staatsschuldenstand über die 20-Prozent-Schwelle, die Russland selbst als sicher ansieht.

Das Wichtigste

  • 2027 sollen 17,1 Billionen Rubel (≈ 202 Mrd. USD) für Verteidigung ausgegeben werden – ein Plus von rund 27 % gegenüber dem ursprünglich geplanten Ansatz.
  • Die geplante Summe ist der höchste Verteidigungshaushalt seit Beginn der großangelegten Invasion 2022.
  • Über die nächsten drei Jahre summieren sich Russlands Verteidigungsausgaben auf rund 50 Billionen Rubel (≈ 591 Mrd. USD).
  • Die Defizitprognose für 2026 wurde von 1,6 % auf 3,2 % des BIP angehoben; der Staatsschuldenstand soll 2027 auf 21,7 % des BIP steigen und damit die selbst gesetzte 20-%-Schwelle überschreiten.
  • Zur Gegenfinanzierung sind u. a. höhere Steuern auf Dividenden, Einlagen und Immobilienverkäufe (15 % → 22 %, ca. 4 Mio. Betroffene), eine 30-%-Übergewinnsteuer für Bergbau- und Metallurgiekonzerne sowie höhere Nettokreditaufnahmen geplant.
  • Im April 2026 geriet das Einheitliche Schatzamt Russlands mit rund 5 Billionen Rubel (≈ 65 Mrd. USD) ins Minus; Finanzminister Anton Siluanov warnte Ministerpräsident Michail Mischustin vor möglichen Verzögerungen bei laufenden Zahlungen.
  • Russlands 2027er Verteidigungshaushalt wird in der Berichterstattung als etwa doppelt so hoch dargestellt wie der ukrainische Verteidigungsetat.

Warum es wichtig ist

Mit einem geplanten Verteidigungshaushalt von rund 202 Milliarden Dollar würde Russland 2027 so viel für Verteidigung ausgeben wie nie zuvor seit Beginn der großangelegten Invasion 2022. Die Erhöhung wird nicht aus laufenden Einnahmen finanziert: Russland greift auf höhere Steuern für Bürger und Rohstoffkonzerne zurück, nimmt deutlich mehr Schulden auf und entnimmt Mittel aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds. Der Staatsschuldenstand würde damit die Schwelle von 20 % des BIP überschreiten, die russische Behörden selbst als sicher einstufen – ein Hinweis auf wachsende fiskalische Belastung. Zugleich wird die Summe in ukrainischen Medien als rund doppelt so hoch dargestellt wie der ukrainische Verteidigungsetat, was die Ressourcenasymmetrie zwischen den Kriegsparteien unterstreicht.

Was geschehen ist

Russland plant, seine Verteidigungsausgaben im Jahr 2027 um rund 27 % auf etwa 17,1 Billionen Rubel (≈ 202 Mrd. USD) zu erhöhen – den höchsten Wert seit Beginn der großangelegten Invasion der Ukraine 2022. Der Entwurf des föderalen Haushalts, der bis zum 1. Oktober ins Parlament eingebracht werden muss, sieht für die kommenden drei Jahre Verteidigungsausgaben von insgesamt rund 50 Billionen Rubel (≈ 591 Mrd. USD) vor. Die Defizitprognose für 2026 wurde von 1,6 % auf 3,2 % des BIP angehoben; die Gesamtausgaben 2026 sollen um 13,2 % auf etwa 20,9 % des BIP steigen. Der Staatsschuldenstand wird 2027 auf 21,7 % des BIP projiziert, nach 19,9 % im Jahr 2026. Zur Finanzierung der Mehrausgaben plant Moskau unter anderem, die Steuer auf Einkünfte aus Dividenden, Einlagen und Immobilienverkäufen von 15 % auf 22 % anzuheben (rund 4 Mio. Betroffene), eine 30-%-Übergewinnsteuer für Bergbau- und Metallurgieunternehmen einzuführen und die Nettokreditaufnahme 2026 um 26 % auf rund 5 Billionen Rubel (≈ 59 Mrd. USD) zu erhöhen, mit einem weiteren Anstieg um 43 % auf etwa 7,7 Billionen Rubel (≈ 91 Mrd. USD) im Jahr 2027. Zusätzlich sollen rund 459 Mrd. Rubel (≈ 5,43 Mrd. USD) aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds verwendet werden. Hintergrund: Bereits im April 2026 war das Einheitliche Schatzamt Russlands mit rund 5 Billionen Rubel (≈ 65 Mrd. USD) ins Minus geraten; Finanzminister Anton Siluanov hatte Ministerpräsident Michail Mischustin davor gewarnt, der Staat könnte möglicherweise nicht alle laufenden Zahlungen fristgerecht leisten. Die für 2026 ursprünglich geplanten Verteidigungsausgaben von rund 12,1 Billionen Rubel (≈ 143 Mrd. USD) sind als geheim eingestuft und werden nicht veröffentlicht; Teile der Militärausgaben könnten zudem in anderen Haushaltsposten verbucht sein.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen leicht bei der Rubel-Dollar-Umrechnung ab: Die meisten nennen rund 202,4 Mrd. USD oder 202,58 Mrd. USD; ein Artikel verzichtet auf eine exakte Dollarzahl und ordnet die 17,1 Bio. Rubel stattdessen als etwa doppelt so hoch wie das ukrainische Verteidigungsbudget ein. Beim Bezugswert für das 27-%-Plus variiert die Formulierung zwischen „gegenüber dem ursprünglich geplanten 2027er Ansatz von rund 13,5 Bio. Rubel (≈ 159,8 Mrd. USD)" und einer allgemeineren Beschreibung als 27-%-Steigerung gegenüber einem zuvor veranschlagten Ausgangswert – die zugrundeliegenden Zahlen sind jedoch konsistent.

Hintergrund

Die fiskalischen Rahmenbedingungen in Russland sind enger geworden: Die Defizitprognose für 2026 wurde von 1,6 % auf 3,2 % des BIP heraufgesetzt, und die Einnahmen aus Öl und Gas wurden von rund 105 Mrd. USD auf etwa 90 Mrd. USD nach unten korrigiert. Parallel dazu befindet sich die Ukraine in einer eigenen Haushaltskrise: Präsident Selenskyj erklärte am 24. August, der Armee fehlten 27 Mrd. USD; Ministerpräsident Korezkyj warnte am 14. September, dass Verzögerungen bei Gesetzentwürfen 29,5 Mrd. USD an internationaler Hilfe gefährden könnten. Das ukrainische Verteidigungsministerium schätzt den eigenen Verteidigungsbedarf 2027 auf 175 Mrd. USD gegenüber 155 Mrd. USD 2026, während der aktuelle Haushaltsentwurf nur rund 100 Mrd. USD vorsieht. Nach Erkenntnissen ukrainischer Geheimdienste bereitet Russland eine zusätzliche Mobilisierungswelle von 300.000 Personen in 2026 und weiteren 300.000 in 2027 vor.